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Studie zum Leseverhalten: Hauptsache spannend. Könnt ihr bei uns haben!
Buchmesse Frankfurt: Wir sind wieder dabei!
In diesem Jahr öffnet die Frankfurter Buchmesse vom 7.-11. Oktober ihre Pforten. Natürlich ist das SYNDIKAT wieder dabei. Ihr findet uns in Halle 5.0, Stand D48. Auf was ihr euch freuen könnt? Verraten wir zeitnah. Bleibt dran!
Berlin bekommt eigenen Buchhandlungspreis
Das Preisgeld ist gesplittet. Der Große Berliner Buchhandlungspreis ist mit 20.000 Euro dotiert, darüber hinaus werden jeweils 12.000 Euro für zwei weitere Preise bereitgestellt. Die drei übrigen Buchhandlungen auf der Shortlist werden mit jeweils 5.000 Euro ausgezeichnet. Die Kriterien für die Prämierung: ein besonderes Sortiment, ein überzeugendes Unternehmenskonzept oder ein herausragendes kulturelles Veranstaltungsprogramm.
EU-Strategie für KI in Kultur- und Kreativbranche: Beteiligung bis 11.9. möglich
Real Cases und Witziges. Heute: Folge 23 (Teil 4)
REAL CASES - spannend, kurios, lustig und manchmal unglaublich, aber wahr!
Neue DNA-Methoden entdecken alten Tatverdächtigen
Teil 4: Cold Case „Amy Lopez“: Festnahme nach 31 Jahren

Am 23. Februar 2026 verhaftete die Kripo Koblenz aufgrund des dringenden Tatverdachts einen Mann, der beschuldigt wird am 26. September 1994 die amerikanische Touristin Amy Lopez sexuell missbraucht und ermordet zu haben. Der 31 Jahre alte cold case erregte bundesweit Aufsehen und war bei den Ermittlungsbehörden und der Koblenzer Bevölkerung nie in Vergessenheit geraten. In einer Pressekonferenz am 25. Februar 2026 im Polizeipräsidium Koblenz erklärte Leitender Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler, man habe den Tatverdächtigen (Jahrgang 1945) am Montag in einer Altenpflegeeinrichtung festgenommen und er sei nach Vorführung beim Amtsgericht Koblenz in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft genommen worden.
Dieser mit einer äußersten Brutalität des Täters begangene Sexualmord geschah bereits vor 31 Jahren und der Fall hat sich - ebenso wie der Doppelmord an dem Ehepaar Schemmer und die Enthauptung des Obdachlosen Gert Straten - bis zum heutigen Tag tief in das Gedächtnis der Menschen in der Region eingebrannt. Nach 31 Jahren konnte dank der akribischen Ermittlungen der Kripo Koblenz, hier besonders zu erwähnen die Kriminalhauptkommissarin Simone Röder, endlich ein Tatverdächtiger festgenommen werden.
Pressesprecher Jürgen Fachinger begrüßte im Polizeipräsidium Koblenz zahlreiche Medienvertreter und Oberstaatsanwalt Mannweiler gab einen ersten Überblick zum aktuellen Stand der Ermittlungen. Der Jurist berichtete aber auch – emotional bewegt - über seine erste Begegnung mit dem Tatverdächtigen als junger Sitzungs-Staatsanwalt. Dieser Cold Case habe Polizei und Staatsanwaltschaft nie losgelassen. Solche Fälle seien wie eine offene Wunde, die nicht verheile. „Und allen, die Schwerverbrechen begangen haben und sich nach Jahren noch sicher fühlen, sowie den Opfern, die die Tataufklärung in ihren Fällen schon aufgegeben haben, sollte dieser Fall deutlich machen, dass die Strafverfolgungsbehörden nicht ruhen, auch wenn es manchmal den Anschein erwecken mag.“ Mannweiler betonte zudem mehrfach, dass trotz des dringenden Tatverdachts auch für diesen Mann bis zur endgültigen Klärung die Unschuldsvermutung gelte und gab weitere Informationen zur Person des Beschuldigten bekannt, ohne dessen Namen und den Festnahmeort zu nennen.
Laut Mannweiler ist der Beschuldigte seit 1968 mehrfach einschlägig in Erscheinung getreten und stand aufgrund seines Vorstrafenregisters bereits 1994 im Kreis der (üblichen) Verdächtigen im Fokus der Ermittlungen. Jedoch konnten weder die Überprüfung seines Alibis noch die entnommene DNA-Probe einen hinreichenden Verdacht begründen. Aufgrund der 1994 kriminaltechnisch begrenzten Untersuchungsmethoden war es seinerzeit (noch) nicht möglich eine eindeutige Vergleichsspur zu erhalten. Im Jahre 1999 wurde der heute 81jährige für eine versuchte Sexualstraftat an einer 16-Jährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Aufgrund der sich ständig verbesserten Untersuchungsmethoden konnte 2022 eine neue DNA-Spur an der Jeans von Amy Lopez gesichert werden, die jedoch keinen Treffer in der DNA-Datenbank ergab. Auf die Frage eines Medienvertreters, wieso diese fremde DNA-Spur nicht bereits 2022 dem Tatverdächtigen zugeordnet werden konnte, erklärte Mannweiler, die Probe sei aufgrund der datenschutzrechtlichen Bestimmungen gelöscht worden. Der entscheidende Treffer konnte daher erst erzielt werden, nachdem der Beschuldigte im Rahmen einer „Massenuntersuchung“ im letzten Jahr eine freiwillige Speichelprobe abgegeben hatte. Weitere Einzelheiten teilte Mannweiler mit Blick auf das laufende Ermittlungsverfahren und den Grundsatz, vor Abschluss eines Ermittlungsverfahrens kein Täterwissen preiszugeben, nicht mit.
Anschließend beschrieb Stefan Heimes, der stellvertretende Leiter des Polizeipräsidiums Koblenz, die Entwicklung des Mordfalls aus polizeilicher Sicht und bedankte sich bei allen eingesetzten Kräften. Nachdem Friedericke Manheller-Sander, Leiterin der Kriminalinspektion 1, die allgemeine Arbeitsweise der 2025 neu eingerichteten Ermittlungsgruppe „cold cases“ vorgestellt hatte, berichtete Simone Röder sichtlich bewegt über den Fall und schien erleichtert über den erfolgreichen Abschluss der langen Ermittlungen.
Anschließend beantworteten die Podiumsteilnehmer zahlreiche Fragen der Medienvertreter und als ein RTL-Reporter mehr über die Gefühlswelten - z.B. beim Telefonat mit dem inzwischen 86-jährigen Vater von Amy Lopez- erfahren wollte, erwiderte Friedericke Manheller-Sander äußerst souverän, sie werde mit Rücksicht auf die Familie keine weiteren Angaben über dieses Gespräch machen und Oberstaatsanwalt Mannweiler erinnerte daran, dass er bereits betont habe, wie sehr ihn dieser Fall bewegt. Als sich der Reporter erneut nachhakte „..und das Gefühl, was bei dem Gespräch so rüberkam?“, reagierte die Leiterin der Kriminalinspektion 1 sehr professionell, in dem sie den Mann lediglich schweigend anlächelte und er keine weiteren Fragen mehr stellte.
Gestatten Sie mir noch eine persönliche Anmerkung. Ich war in der ersten Phase dieses Mordfalls 1994 in die Ermittlungen mit eingebunden und mich hat dieses brutale Verbrechen ebenfalls sehr lange bewegt. Und bei der Pressekonferenz ist es mir erneut bewusst geworden: Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte müssen – je näher sie in die Ermittlungen eingebunden sind - bei derart grausamen Taten zwar gefühlsmäßige Distanz bewahren, damit sie professionell arbeiten können, aber solche Erlebnisse „stecken auch die Hartgesottensten nicht weg“, was das SWR-Interview mit Harald Süßenbach, dem damaligen Leiter der Mordkommission, eindeutig beweist.. Als ich das Interview gesehen habe, tauchten vor meinem geistigen Auge zwei Situationen auf. Ich war erst drei Jahre im Dienst und noch Polizeioberwachtmeister auf der inzwischen legendären „Münzwache“, dem 1. Polizeirevier in der Koblenzer Altstadt. Bei „meinem“ ersten Mordfall in Koblenz lernte ich 1976 Gerd Starke vom K/1 kennen, für mich damals einer der „coolsten“ Mordermittler. Jahrzehnte später moderierte ich als „Syndikats-Mitglied“ seine Lesung auf der Leipziger Buchmesse in den Räumen der Gerichtsmedizin, bei der er - emotional sehr bewegt - über einen Kindermord berichtete. Es bleibt immer was „in den Klamotten stecken“, sagte schon meine Oma. Man täuscht sich nicht mehr als in Menschen. Ich jedenfalls finde Personen sympathisch, wenn Fassaden bröckeln, die (menschlich verständlichen) Schutzschilder Risse bekommen und sie im vertrauten Kreis einen Blick auf die wirklichen Gefühle zulassen. Wie empfinden Sie das?
Unser Syndikatsmitglied Jörg Schmitt-Kilian war 1994 im Fall Amy Lopez in der ersten Ermittlungsphase Mitglied der SoKo „Amy Lopez“ und hat in seinem Roman VERSCHWUNDEN diesen cold case nach Recherchen in Kanada mit einem ähnlichen Fall „literarisch gelöst“. Das Buch kann - auf Wunsch mit persönlicher Widmung - direkt beim Autor bestellt werden, seit Januar auch als Kindle-Ebook bei Amazon erhältlich.: Kontakt:
