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Wiener Werkstattpreis für Literatur: jetzt mitmachen!
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Roman": Zoran Drvenkar
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.

Zoran Drvenkar
ASA (Suhrkamp)
Foto © Corinna Bernburg
Asa hat eine grausame Prüfung überlebt, wurde von ihrer Familie verraten und kämpft nun als getriebene Rächerin gegen mörderische Familientraditionen.
Dieser Roman ist ein literarisches Experiment, ein moralischer Abgrund. Ein Roman, der uns nicht nur fesselt, sondern zutiefst verstört – und genau das ist seine Größe. Sprachlich fulminant, großartig erzählt, dieses Buch ist ein Erlebnis.
Drvenkar schreibt nicht linear. Er schreibt in Splittern, in Stimmen, in Perspektiven, die sich verschieben und ineinander verkrallen. ASA ist wie ein Prisma: Jeder Blickwinkel zeigt ein anderes Licht – oder vielmehr einen neuen Schatten.
Dieser Roman ist eine Zumutung im besten Sinne. Er tut weh. Drvenkars Sprache ist kompromisslos, direkt, rhythmisch. Seine Sätze sind fast physisch spürbar. Er schreibt, als schneide er mit einem Skalpell. Jedes Kapitel trifft. Jede Figur atmet, blutet, man kann dieses Buch nicht einfach lesen – man muss es aushalten.
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Debütroman": Chris Warnat
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.
15 Sekunden (Penguin)
Foto © Dominik Roessler
„15 Sekunden“ schafft etwas, das an die Werke von Jussi Adler-Olsen denken lässt, nämlich, beides gleichzeitig zu sein: ein Thriller, der von der ersten Seite an packt, und ein Ermittlungsroman mit glaubwürdiger Darstellung der Polizeiarbeit.
Geschickt baut die Autorin ihr Rätsel rund um einen Unfall im nächtlichen Wald und eine verborgene Waldhütte voller geronnenen Blutes. Wir verfolgen die Protagonistin tiefer und tiefer hinein in Schuldgefühle und eine persönliche Betroffenheit die weit zurückreicht in Kindheitserinnerungen. Hierbei beweist die Autorin ein für ein Debüt erstaunliches Gespür für die Konstruktion eines Thrillers, in dem – wie es sich für einen modernen Roman dieses Genres gehört – am Ende die Vergangenheit ihre Klauen nach der Protagonistin ausstreckt.
Nicht zuletzt erschafft die Autorin mit der Rechtsmedizinerin Farah Rosendahl und dem Kriminalhauptkommissar Wase Rahimi ein Figurenduo, deren Beziehung mit den üblichen Klischees bricht und allein dadurch überrascht.
Literaturwettbewerb der Gruppe 48 e.V. Jetzt mitmachen!
Aktueller Bericht der EU: Zeitenwende für das Urheberrecht geplant
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Jugendkrimi": Antonia Michaelis und Peer Martin
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.


Antonia Michaelis (Foto © Joerg Schwalfenberg) und Peer Martin (Foto © Catherine Martin)
Tomorrow Land (Oetinger)
Es beginnt mit einem Sturm, einem Unwetter. Das Klima ist außer Kontrolle. Wie so vieles in diesem dystopischen Politroman; im Einparteienstaat Deutschland. Unsere Protagonisten fliehen. Hannes, weil er im Gefängnis saß, und Moa, weil er als Nigerianer gar nicht hier sein dürfte. Gemeinsam mit Greta-Anna, der Tochter aus der Machtelite, werden sie Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes aufdecken.
Antonia Michaelis und Peer Martin drehen in ihrem düsteren Thriller die Temperatur so hoch, dass es bisweilen schwer auszuhalten ist. Das ist Absicht. Denn ihre Zukunft ohne Rechtsstaat, ohne Regen und ohne Hoffnung ist nicht weit entfernt. Die beiden schicken uns auf eine atemlose Lektüre, ziehen uns mit schillernden Figuren und temporeichen Gefahren in einen Sog, und verweben dabei die menschenverachtendsten Ideen vergangener Diktaturen mit den albtraumhaftesten Zukunftstechnologien. Geschaffen haben sie einen wichtigen, einen aufrüttelnden Jugendroman in der besten Tradition mahnender Klassiker.
CRIMINALE in Salzburg: Jetzt Tickets online sichern!
Der Startschuss ist gefallen! Ab sofort sind die Tickets für die CRIMINALE in Salzburg online erhältlich. Das SYNDIKAT lädt vom 6. bis 9. Mai 2026 zum größten Krimi-Branchentreff Europas ein. Die AUFTAKT GALA CRIMINALE am 6. Mai bietet hochkarätige Lesungen, erstklassige Musik und die Verleihung des Ehren-GLAUSERS an die Verlegerin Else Laudan wegen bedeutender Verdienste für die deutschsprachige Kriminalliteratur. Auch bei den zahlreichen Lesungen, u.a. der für den GLAUSER Nominierten, kommt das Publikum auf seine Kosten. Hochpannung verspricht die große Gala am 9. Mai mit Verleihung der begehrten GLAUSER-Preise und einem kriminell unterhaltsamen Rahmenprogramm.
An diesem Abend werden die Besten der Besten gekürt, die zuvor von den Jurys gesucht und gefunden wurden. Jeweils fünf Nominierte in den Sparten Roman, Debütroman und Kurzkrimi, sowie je drei Nominierte in den Sparten Kinder- und Jugendkrimi werden an diesem Abend geehrt, doch nur je eine Autorin oder ein Autor nimmt den begehrten Preis mit nach Hause. Hier geht es zu den Tickets
Vorstellug der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Kurzkrimi": Regula Venske
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor

Regula Venske (Foto © Isabel Mahns-Techau)
Schnick Schnack Schnucki – schrecklicher als der Tod.
In: Schaurige Orte an der Nordsee. (Gmeiner)
Regula Venske erzählt eine intelligente Krimikurzgeschichte, die genauso gut geplant ist wie das Verbrechen, das begangen wird und die Leserschaft mit einer Botschaft zurücklässt: Vergessenwerden ist schrecklicher als der Tod. Es ist eine Geschichte, die trotz oder gerade wegen ihrer Kürze eine Aussagekraft erhält, die ein Echo erzeugt, dabei aber charmant und mit einem Augenzwinkern zu überzeugen versteht. So wird der Langeooger Dünenfriedhof Ort einer einfühlsamen Erzählung, die auf einfache Schauermomente verzichtet und stattdessen bewegte Historie mit der Gegenwart verbindet und dabei eine Hauptfigur zeichnet, deren Emotionen nachfühlbar beschrieben werden, selbst wenn sie zur Mörderin wird.
Das Verbrechen selbst wird hierbei fast zum Nebendarsteller, ist jedoch in seiner Einfachheit ebenso simpel wie genial. Schnick Schnack Schnucki – schrecklicher als der Tod verspricht Unterhaltung, Cosy Crime und am Ende eine tiefe Nachdenklichkeit, wie es sonst nur bei ganzen Romanen möglich ist.

