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Samstag, 9.5., 19.30 Uhr: Die große GLAUSER-Preisverleihungsgala im Livestream
Gewinner des BLOODY COVER 2026
Gesucht und gefunden − die Gewinner stehen fest:
1. Platz: Miez Marple und die Tatze der Verdammnis
Mittwoch, 6.5. ab 19:30 Uhr: CRIMINALE Auftakt Gala im Live-Stream
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026 Kategorie "Roman": Vera Buck
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.

Vera Buck
Der dunkle Sommer (Rowohlt Polaris)
Foto © Asja Caspari
Ein Angebot, dem niemand widerstehen kann. Ein Haus in Italien für nur einen Euro. Was klingt wie ein Hauptgewinn, entwickelt sich für Architektin Tilda und Journalist Enzo zu einem Alptraum, in dem es mehr Geister und Geheimnisse als Antworten zu geben scheint. Ist der alte Silvio wirklich der Einzige, der die Wahrheit kennt? Was hat sich in den alten Mauern des Hauses abgespielt?
Vera Buck entwickelt in Der dunkle Sommer eine atmosphärisch dichte Krimihandlung und hält gekonnt die Spannung. Dass sie in Italien studiert hat, zahlt sich aus. Sie nimmt den Leser mit und beschreibt die Verhältnisse auf Sardinien glaubhaft und bildreich. Düster, dicht und packend erzählt Buck aus wechselnden Perspektiven und erwischt ihre Leser emotional. Keine ihrer Figuren ist „frei von Schuld“, niemand ein Superheld oder durchgehend böse. Es geht um falsche Hoffnungen und falsche Entscheidungen. Das verleiht dem Buch eine sehr menschliche Ebene, die vollkommen begeistert.
Nachruf auf Reinhold Friedl
Unser lieber Kollege Reinhold Friedl wird leider bei der nächsten CRIMINALE in Salzburg nicht mehr dabei sein. Mitte April ist er verstorben. Geboren wurde er im Juni1948 in Hamburg.
Der promovierte Politik- und Wirtschaftswissenschaftler arbeitete als Polizeivollzugsbeamter im BGS, als Oberstudienrat und als Referatsleiter in der Präsidialabteilung der Hamburger Schulbehörde (Kultusministerium), war Mitinhaber eines politischen Kleinverlages und internationaler Beamter im diplomatischen Dienst der Vereinten Nationen (UNESCO/UNHCR) in Genf, Paris und Afrika. Er war Honorarprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Vertreter der UNO-Flüchtlingshilfe für Norddeutschland.
Seit über dreißig Jahren publizierte er wissenschaftliche Bücher und Artikel. „Kriminell“ wurde Friedl das erste Mal mit dem Kurzkrimi „Ein landesüblicher Handel“, der 1985 in der Süddeutschen Zeitung erschien. Seine Krimis/Romane spielen im Elbe-Weser-Dreieck, an der Nordsee, in Oldenburg, Hamburg, Genf, bei der UNO, am Horn von Afrika, in Afghanistan, Algerien, in der Sahara, im Heiligen Land und reichen oft in die internationale Politik. 2011 wurde ihm der Literaturpreis „Goldener Hecht“ der Arbeitsgemeinschaft Osteland verliehen.
Häufig war Reinhold Friedl auf Lesungen anzutreffen. Er liebe den Kontakt zum Publikum. Wenn man ihn auf der CRIMINALE, dem Branchentreff der Kriminalautorinnen und Autoren traf, war er stets guter Dinge. Als Mitglied des Bremer Krimistammtisches veröffentlichte er auch zahlreiche Krimi-Kurzgeschichten in den Anthologien des Stammtisches. Er lebte im Cuxland und in Oldenburg. Der Stammtisch in Bremen und das SYNDIKAT werden ihn und seine pfiffige Art sehr vermissen.
Toby Martins
Nachruf auf unser Ehren-Mitglied Ruth Weiss
Miss Moore ermittelt nicht mehr
Im Herbst vergangenen Jahres starb mit hundertundeinem Jahr die Journalistin und Krimiautorin Ruth Weiss
Ein Nachruf auf unser Ehrenmitglied von Lutz Kliche
Ihr Lebensweg war ein besonderer und gleichzeitig ein typischer für viele Jüdinnen und Juden ihrer Generation: Geboren 1924 in eine deutsch-jüdische Familie in Fürth, musste sie 1936 mit ihrer Familie vor der Verfolgung durch das Naziregime aus Deutschland fliehen. Sie selbst hat es so beschrieben:
„Mein Leben war geprägt durch zwei Umstände: meine Geburt als Jüdin im Deutschland vor dem Nationalsozialismus, die Erfahrung von Rassismus als Antisemitismus und die Flucht vor Verfolgung und Vernichtung, wie sie Millionen von Jüdinnen und Juden erleiden mussten. Und durch das Ziel meiner Flucht: Südafrika, ein Land, in dem ich den Rassismus als Ausgrenzung aller „nicht-weißen“ Menschen unter dem menschenverachtenden System der Apartheid, der Rassentrennung, erlebte. Diese zwei Erfahrungen ergänzten und verstärkten sich gegenseitig, und brachten mich zu einer konsequenten Haltung gegenüber jeglicher Art von Ausgrenzung, Diskriminierung und ungerechter, erniedrigender Behandlung anders aussehender, denkender, glaubender, liebender und lebender Menschen.“
Toleranz und Respekt, aber auch klare Haltung gegenüber jeglicher Form von Ungerechtigkeit: Diese Haltung, diese Werte leiteten Ruth Weiss während der vielen Jahre ihrer Arbeit als Journalistin und Korrespondentin namhafter Zeitungen, für die sie vor allem in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren über den Prozess der Befreiung und Entkolonisierung im südlichen Afrika berichtete – das Ende der Apartheid in Südafrika und den Beginn der Demokratie mit Präsident Nelson Mandela an der Spitze war so etwas wie ein Schlusspunkt ihrer beruflichen Karriere.
Doch zur Ruhe setzte sie sich nie: Endlich konnte sie in der 1990er Jahren mit dem Schreiben von Romanen beginnen, darunter auch viele Kriminalromane. Meist hatten sie mit der Geschichte der Verfolgung von Jüdinnen und Juden oder der politischen Entwicklung in Afrika zu tun. Besonders hervorheben lässt sich die Reihe ihrer „Miss-Moore-Krimis“, in denen die Hauptfigur, Miss Emily Moore, ehemalige Geheimagentin ihrer Majestät der Königin, in ihrem Ruhestand Mordfälle löst, in England, Deutschland, Dänemark, Südafrika, Zimbabwe … Krimis im „klassischen“ Format, geschrieben mit wunderbarem, sehr englischem Sound und Humor, deren Protagonistin natürlich so etwas wie ein „Alter Ego“ der Autorin war.
Mit ihrer großen Klugheit, ja, Weisheit, ihrer Warmherzigkeit, ihrem Mut und ihrem unbedingten Respekt gegenüber allen Menschen hat Ruth Weiss zahllose Menschen inspiriert. Sie wird fehlen. Aber sie lebt fort in ihrem schriftstellerischen Werk.
Indiebuchmesse Wien: Samstag, 25. April 2026: Eintritt frei!
Unser Veranstaltungstipp zum Wochenende: Am Samstag, 25. April 2026, findet die erste Indiebuchmesse Wien statt.
Rund 40 unabhängige österreichische Verlage präsentieren von 11 bis 19 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13, ihre Programme und bieten direkten Austausch mit den Verlegerinnen und Verlegern.
Der Eintritt ist frei. Hier erfahrt ihr mehr
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Jugendkrimi": Nina Scheweling
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.


Nina Scheweling
Academy of lies - Anatomie einer Verschwörung (Loewe)
(Foto © Peter Fraensemeier)
Quinn Schreiber will den Tod verstehen. Denn Quinn wird sterben. Ihr Spenderherz wird bald den Dienst versagen, die Chancen auf ein neues stehen schlecht. Deswegen studiert Quinn Medizin an einer Eliteuniversität, setzt sich mit den verschiedenen Todesarten auseinander und schottet sich von ihren Mitmenschen ab. Statt mit ihrer WG-Partnerin und den anderen Erstsemestern ihren 18. Geburtstag zu feiern, lässt sie sich in der Bibliothek einschließen und beobachtet den Mord am Rektor der Akademie. Wenig später stirbt eine Studentin. Ausgerechnet Quinns Bruder gerät ins Visier der Ermittlungen, dabei ist er „einer von den Guten“. Quinn muss herausfinden, was wirklich geschehen ist. Dafür muss sie den Lügen der Akademie auf die Spur kommen und sich dem Leben stellen.