Frankfurt am Main, 1882: Glashaus nennen die Kinder der Familie Könitz die große Orangerie, die Dr. Könitz seiner Frau als Hochzeitsgeschenk erbauen ließ. Dass das imposante Gebäude nicht nur der Lieblingsplatz von Sophia Könitz ist, sondern ein schreckliches Geheimnis birgt, ahnt niemand, als nach einem fröhlichen Volksfest im Stadtwald die 15jährige Dienstmagd Emilie verschwunden ist. Kriminalkommissar Richard Biddling glaubt an einen normalen Vermisstenfall, doch Victoria, die Nichte von Dr. Könitz, die zum Entsetzen ihrer Mutter lieber Mordgeschichten von Edgar Allan Poe und Abhandlungen über Leichenerscheinungen liest, statt sich Stickarbeiten zu widmen, wie es sich für ein anständiges Mädchen des gehobenen Bürgertums gehört, ist fest davon überzeugt, dass Emilie eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Liegt die Lösung des Falles in einem Verbrechen, das vor zehn Jahren geschah und niemals aufgeklärt wurde? Schließlich findet Victoria den entscheidenden Beweis. Aber Genugtuung über die Entlarvung des Mörders können weder sie noch Richard empfinden ... Die Detektivin führt den Leser in die Welt des späten 19. Jahrhunderts, in der unaufhaltsamer Aufstieg der Naturwissenschaften und optimistischer Gründerboom einhergehen mit Massenelend und rigiden bürgerlichen Moralvorstellungen. Es ist eine Zeit des Widerspruchs, des Umbruchs, in der die Grundsteine für die Gesellschaft gelegt werden, in der wir heute leben.                            Nikola Hahns Kriminalroman "Die Detektivin" beweist, dass die Kommissarin auch ihren Zweitberuf, den einer Schriftstellerin, beherrscht. Frankfurter Allgemeine Dass Nikola Hahn, im Brotberuf Kriminalkommissarin, von einer rebellischen jungen Frankfurterin im ausgehenden 19. Jahrhundert erzählt, macht ihren Debütroman allein schon sympathisch. Die Welt Nikola Hahns Freude am historischen Detail wird zum Erlebnis. Dem Buch wünscht man viele Leser. Frankfurter Rundschau