Eine lebensgefährliche Entdeckung

Mörder und Kinderschänder werden aus Beweismangel freigesprochen – doch wenige Wochen später kommen sie unter mysteriösen Umständen ums Leben. Was wie eine Reihe von Zufällen erscheint, hat System – und ein Boulevardjournalist entdeckt die Organisation, die dahinter steht. Eine lebensgefährliche Entdeckung. Die Mitglieder von „Phönixx“ rekrutieren sich aus den Eliten Deutschlands und fühlen sich berufen, das Land zu säubern. Dabei ist jedes Mittel recht. Sie verbünden sich mit einer Gruppe von Polizisten, die traumatisiert und seelisch zerstört aus Afghanistan zurück- gekommen sind und denen die Kameradschaft der Wüste mehr bedeutet als Recht und Gesetz. So entsteht eine Situation, in der Männer des SEK gegen Supercops zum Showdown antreten. Der Autor, selbst erfahrener Polizeibeamter, schildert den Versuch, einen Staat im Staat zu bilden. Die packende Krimihandlung legt den Finger auf die Wunde Demokratieverdrossenheit und Rechtsradikalismus. Natürlich sind alle Personen und Situationen frei erfunden ... ................................................................................................................................................................................ Bernd Udo Schwenzfeier, geboren 16.12.1941 in Berlin, verheiratet, 2 Töchter, 3 Enkel, gelernter Möbel- und Bautischler. 1962 wechselt er zur Kriminalpolizei. Dort ist er zuständig für Mord, Totschlag, Sexualdelikte, Brand, Raub, Hehlerei und Einbruch. 1978 stellv. Kommissariatsleiter beim Polizeilichen Staatschutz im Bereich der Terrorismusbekämpfung, anschließend Dozent und Fachgruppenleiter an der Polizeischule Berlin für die Fächer Kriminalistik, Kriminologie und Kriminaltechnik. 2001 wird er als Erster Kriminalhauptkommissar pensioniert. Er berät seitdem Fernsehreihen wie „Sprache der Toten- R.I.S.“ (SAT1) und schreibt Kriminalromane. http://www.bernd-udo-schwenzfeier.de ................................................................................................................................................................................

Drei Fragen an Bernd Udo Schwenzfeier

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Bis vor etwa zehn Jahren konnte ich meine kriminellen Neigungen schamhaft vor der Öffentlichkeit verbergen. Inzwischen bin ich seit 2003 schon fünfmal straffällig geworden. Besserung ist offenbar nicht in Sicht, denn ich habe die Planung für eine weitere Tat bereits abgeschlossen. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Zahllose im Kopf und mindestens ein Dutzend in meinen Büchern. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Es tut mir leid, aber ich glaube, dass ich ein unverbesserlicher Wiederholungstäter bin, der einen inneren Hang verspürt, immer wieder Straftaten zu begehen, darunter Mord und Totschlag. Hohes Gericht, ich stehe hier und kann einfach nicht anders. ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Die aufkommende Kühle der hereinbrechenden Nacht weckte Jan auf. Er reckte sich und sah im kahlen Licht der Wandleuchte, dass die Schwester sein Abendbrot auf das Nachtschränkchen gestellt hatte. Daneben lag die Schale mit den Tabletten, die er vor der Nachtruhe noch einnehmen musste. Als er auf seine Armbanduhr blickte, stellte er fest, dass es fast dreiviertel Zehn war. Er war so mit dem mühsamen Aufrichten seines Oberkörpers beschäftigt, dass er gar nicht merkte, dass noch jemand im Zimmer war. Als er ein Geräusch hörte, schreckte er auf und bemerkte einen Pfleger neben sich, den er noch nicht gesehen hatte. Der Mann war sehr groß, breit und hatte ein ausgeprägtes Kinn und kalte Augen. Merkwürdig, warum war er so leise ins Zimmer geschlichen? Er hatte doch sonst so ein ausgezeichnetes Gehör. Aber er kam nicht mehr dazu, etwas zu fragen, denn der Pfleger beugte sich zu ihm herunter und sagte leise: „Herr Breuer, ich bin Pfleger Markus und soll Ihnen noch etwas Blut abnehmen. Die Nachtschwester wollte es eigentlich selber machen, aber im Nachbarzimmern hat eine ältere Patientin unter sich gemacht und das ganze Bett verschmutzt. Deshalb hat sie mich zu Ihnen geschickt.“, erklärte er. „Na, gut, dann tun Sie, was Sie nicht lassen können“, erwiderte Jan irritiert. „Davon hat mir Dr. Henkel gar nichts gesagt. Was ist denn der Grund dafür? Mir hat man schon so viel Blut abgenommen, dass ich bald eine Transfusion brauche“, frotzelte er. Der Pfleger zuckte mit den Achseln. „Ich weiß nur so viel, dass die letzte Blutsenkung nicht in Ordnung war. Die Blutentnahme dient nur als Kontrolle. Alles Weitere können Sie ja morgen früh den Arzt während der Visite fragen.“ Er beugte sich zu Jan, nahm dessen linken Arm und desinfizierte routiniert die Einstichstelle. „Machen Sie bitte eine Faust, Herr Breuer“, bat er ihn. Arglos folgte Jan der Aufforderung des Pflegers. Der entnahm aus der Seitentasche seines Kittels eine Spritze, drehte sich ein wenig zur Seite und stach die Kanüle in Jans dick hervorgetretene Vene. Aber er zog nicht den Kolben hoch, sondern drückte ihn blitzschnell hinein. Jan sah der Arbeit des Pflegers interessiert zu und merkte zu spät, dass ihm kein Blut abgenommen werden sollte. Mit aufgerissenen Augen starrte er auf die Hand des Pflegers und sah, wie sich der Kolben nicht mit Blut füllte, sondern im Spritzengehäuse verschwand. Was tat der Mann mit ihm? Einen winzigen Augenblick lang war er völlig ratlos. Aber dann begriff er und die Erkenntnis war grausam und brutal zugleich. Sie waren bereits da. Sein Mörder stand direkt neben ihm und starrte ihn aus seinen kalten, leblosen Augen regungslos an. Er hatte ihm Luft in die Vene gedrückt, die in wenigen Sekunden sein Herz erreichen und es zum Stillstand bringen würde. Noch ein paar Gedanken gestattete ihm der Tod, bevor er die Reise ins ewige Dunkel antrat. Wie hatten sie ihn so schnell finden können? War auch Alex, sein bester Freund, ein Verräter und hatte ihn ans Messer geliefert? Ihm wurde schwindlig, er hustete und bekam immer weniger Luft. Verzweifelt öffnete er den Mund und wollte schreien, um Hilfe zu holen, aber mehr als ein Röcheln brachte er nicht zustande. Mit aller Kraft versuchte er, mit der linken Hand das Kabel mit dem Alarmknopf zu ergreifen, das sich aber für ihn unerreichbar über seinem Kopf befand. Mit dem letzten Rest Luft in seinen Lungen versuchte er noch einmal zu schreien, aber der Mörder war unerbittlich. Wie ein Schraubstock legte sich dessen riesige Hand auf seinen Mund und erstickte das leise Gurgeln. In seinem Gehirn herrschte nur noch Chaos. Ich sterbe…, ich sterbe …, schrie eine Stimme in ihm und er versuchte ein letztes Mal verzweifelt, sich gegen den Tod zu wehren. Aber er war inzwischen viel zu schwach, um den Bärenkräften des Riesen etwas entgegen zu setzen. So fiel er regelrecht in sich zusammen und die Dunkelheit um ihn herum nahm immer mehr zu. Plötzlich wurde es ganz still um ihn und die Panik, die eben noch sein Bewusstsein beherrscht hatte, war verschwunden. Aber wo waren Todesangst, Wut und Verzweiflung geblieben? Es wurde stattdessen immer heller um ihn und ein leichtes Brausen, das immer mehr zunahm, erfüllte seine Ohren. Die Zimmerdecke wurde zur Spirale, an deren Ränder Bilder von Vanessa und den Kindern auftauchten, die sich in der immer schneller werdenden Rotation zu einem Strich verformten und alles um ihn herum aufzusaugen schien. Und dann war da nichts mehr…. * * * Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>