Freitag, 17. Mai 2024

Uhrzeit: 16:30 - 18:00 Uhr

Bildungszentrum Raum 2
Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation, Stadtstraße 17
30159 Hannover

Impulsvortrag und Diskussion zu struktureller Diskriminierung als Risiko – und als Thema mit Daniel Carinson, Gilda Horvath (Deutsche Welle Europa, Journalistin und Rom:nja-Aktivistin) und Roxanna-Lorraine Witt (Djelem Djelem Festival Dortmund, Save Space e.V, Menschenrechtsaktivstin)

Dass der Bandenboss keine „Judennase“ mehr hat und, dass die Kommissarin in einer Ermittlungspause kein „Zigeunerschnitzel“ im Wirtshaus bestellen sollte, haben wir im Jahr 2024 weitgehend alle verinnerlicht. Dennoch sind wir alle nicht vor Stereotypen gefeit, oft sind sie auch durchaus nützlich, um Szenen oder Atmosphären rasch zu vermitteln. Und ab und an treffen sie schließlich auch zu. Der durchschnittliche deutsche Nachbar legt nun mal tatsächlich mehr Wert auf Pünktlichkeit als der österreichische. Als in felix Austria lebender „Piefke“ kann ich das empirisch nur bestätigen.

Und was ist mit – vermeintlich? – genre- oder zeitenüblichem Slang? Immer wieder wird so zum Beispiel Quentin Tarantino Rassismus vorgeworfen, weil er in seinen Drehbüchern die Protagonisten so oft das N*Wort sagen lässt.

Der letzte, im Jahr 2022 veröffentliche Antiziganismusbericht der deutschen Bundesregierung hatte einen Schwerpunkt auf strukturelle Diskriminierung in Behörden gelegt und untersucht wurde dazu die Stadtverwaltung Hannover.

Die Sozialwissenschaftlerin und Menschenrechtsaktivistin Roxanna-Lorraine Witt war an dieser Studie beteiligt. Die Journalistin und europaweit aktive Romn:ja-Aktivstin Gilda Horvath ist von Berufs wegen mit Sprache befasst und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Diskriminierung auf verschiedensten Ebenen. Zusammen stellen sie in Ihrem Impulsvortrag Schlüsse vor, die sich für Autorinnen und Autoren aus den Untersuchungen in Hannover ziehen lassen und umreißen ihre Vorstellung von notwendiger Awarness beim Schreiben über Minderheiten, Randgruppen, aber auch über Menschen im Allgemeinen.

Im Anschluss sollen diese Anregungen mit den Teilnehmenden möglichst breit diskutiert werden.

Freier Eintritt