Tätersuche im Saarland

Als im verschneiten Saarland aus dem Hinterhalt auf Autos geschossen wird, beginnt für die Kriminalkommissare Lukas Baccus und Theo Borg eine dramatische Tätersuche, deren Bezüge bis nach Afghanistan reichen. In ihrem dritten Fall geraten sie selbst ins Fadenkreuz des Täters und müssen den Wahnsinnigen stoppen, ohne sein Motiv zu kennen. Je mehr dabei die Presse den Fall aufpeitscht, umso gefährlicher wird das Leben auch für die anderen Menschen in dem eingeschneiten Dorf. Es scheint fast so, als fühlte sich der Schütze dadurch angetrieben, weiter zu töten. So entwickelt sich ein eiskaltes Abenteuer mit kriegsähnlichen Zuständen. Die nur scheinbar beschaulichen Provinz offenbart dabei ungeahnte Abgründe. Elke Schwab verknüpft geschickt einen klassischen Whodunit-Krimi in der Provinz mit dem aktuellen Thema der Kriegstraumata von aus Afghanistan heimgekehrten Bundeswehrsoldaten. ................................................................................................................................................................................ Elke Schwab, wurde 1964 in Saarbrücken geboren und ist im Saarland aufgewachsen. Nach dem Gymnasium arbeitete sie im Sozialministerium im Ressort Altenpolitik. Heute lebt sie als freie Krimiautorin im Krummen Elsass in einem 250-Seelen-Dorf. Inzwischen hat sie elf Bücher, zwei Hörbücher und mehrere Ebooks auf den Markt gebracht - und es werden noch mehr. http://www.elkeschwab.de ................................................................................................................................................................................

Drei Fragen an Elke Schwab

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Schon als Kind, weil ich es schon immer langweilig fand, Regeln einzuhalten. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Da man nach meinem Wissen alles machen darf, nur nicht sich erwischen lassen, würde ich sagen, dass dieses Konto noch leer ist. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Nichtschuldig bis zum Beweis des Gegenteils ................................................................................................................................................................................

Pressestimmen:

Im Nordosten von Frankreich in einem alten Bauernhaus entstehen die spannenden Krimis der gebürtigen Saarländerin Elke Schwab. Mit "Mörderisches Puzzle" bleibt sie sich treu und liefert einen soliden Krimiroman für Thrillerliebhaber. http://www.academicworld.net/ Vorsicht! Mit "Mörderisches Puzzle" erwartet den Leser ein Thriller mit nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen. Eine davon hat unmittelbar mit der allgemeinen Paketzustellung zu tun. So wie es aussieht, werde ich das nächste gelbe Päckchen, welches mir von unserem stets vor Freude strahlenden Postboten überreicht wird, mit nicht unbeträchtlichen Vorbehalten öffnen ...! Unter: http://home.arcor.de/tomary/Literatur/literatur.html - Thomas Lawall - Februar 2012 ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Die Waffe im Anschlag, die Straße im Visier die Jagd konnte beginnen. Er wusste genau, dass sein Opfer hier entlangkommen musste. Nichts hatte er dem Zufall überlassen. Für ihn war es wichtig, dass es genau hier passierte. Hier hatte seine Hölle begonnen hier würde er sein Opfer in die Hölle schicken. Die Straße wand sich vor seinen Augen, bis sie zwischen den Bäumen aus seinem Blickfeld verschwand. Dieses kurze Stück musste reichen. Das war genau der Streckenabschnitt, der sich wie ein Stigma in sein Hirn eingebrannt hatte. Genau diese verhängnisvolle Kurve sollte heute für sein erstes Opfer zum Verhängnis werden. Es sollte symbolisch sein. Jedoch nur für ihn. Denn sein Opfer würde keine Gelegenheit mehr bekommen, zu verstehen. Sein Versteck war perfekt. Er konnte alles sehen, ohne gesehen zu werden. Als die ersten Schneeflocken vom Himmel fielen, glaubte er an ein Zeichen. Bei diesen Wetterbedingungen würde sich außer ihm und seinem Opfer niemand auf die Straße wagen. Besser hätte er den Zeitpunkt nicht wählen können. Lange hatte er darauf hingearbeitet und viel Zeit in seine Vorbereitungen gesteckt. Schließlich musste er Gewissheit haben. Er hielt die Fäden in der Hand. Sogar der Schnee fügte sich in seinen Plan. Der würde hinterher alle Spuren zudecken. Ein Wink des Himmels. Er lachte. Schon sah er den Wagen kommen. Er war bereit. 1 Schnee, so weit das Auge blickte. Alles schimmerte in reinstem Weiß. Die Bäume senkten ihre Äste unter der weißen Last tief über die Straße. Schneeflocken wirbelten durch die Luft. Die Sicht durch die Windschutzscheibe des Toyotas verschwamm, alles verwischte sich mit dem Weiß des Schnees. Die Straße wand sich wie ein weißes Band und verschmolz zu einer Einheit mit der weißen Wüste. "Mann! So was habe ich seit Kindertagen nicht mehr gesehen", gestand Kriminalkommissar Theo Borg, der das Lenkrad verkrampft umklammert hielt und seinen Wagen vorsichtig über die zugeschneite Landstraße steuerte. Lukas Baccus, sein Kollege und Freund, stimmte ihm von der Beifahrerseite aus zu: "Nur doof, dass uns der Schnee ausgerechnet dann überrascht, wenn wir uns mitten in der Pampa befinden." "Hätte ich das geahnt, hätte ich den Besuch bei meiner Tante abgesagt." "Bis vor ein paar Tagen habe ich gar nicht gewusst, dass du eine Tante hast", gestand Lukas. "Sie ist meine einzige Verwandte." Lukas stutzte. "Was ist mit deinen Eltern?" "Wie? Du weißt das nicht?", fragte Theo erstaunt zurück. "Jetzt hängen wir schon ewig zusammen rum." "Vielleicht hast du es ja mal erzählt." Lukas zuckte mit den Schultern. "Aber ehrlich gesagt, kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir jemals über unsre Familien gesprochen hätten." "Naja! Ist ja nicht wirklich das, woran man denken will. Sie sind tot! Bei einem Autounfall ums Leben gekommen." "Das tut mir leid." "Der Unfall ist an einem verschneiten Tag wie heute passiert", murmelte Theo. "Deshalb fühle ich mich gerade nicht sonderlich wohl." … „Nur locker bleiben.“ „Was ist eigentlich mit deinen Eltern?“ „Meine Mutter lebt munter und fröhlich in einer kleinen Wohnung in Saarbrücken und nervt die ganze Nachbarschaft“, antwortete Lukas. „Dort fahre ich höchst selten hin, weil sie überall herumerzählt, ich sei der Polizeipräsident vom Saarland.“ Theo lachte. „Ja! Sie trägt gern dick auf, als wäre ihr Sohn etwas Besonderes. Das kommt vielleicht daher, dass ich ohne Vater aufgewachsen bin.“ „Was ist mit deinem Vater?“ „Den kenne ich nur von Fotos. Der hat sich aus dem Staub gemacht als es hieß, Klein-Lukas ist im Anmarsch.“ „Der wusste wohl warum.“ Die beiden Männer lachten. „Warum wolltest du deine Tante ausgerechnet heute besuchen?“ „Du warst doch dabei“, konterte Theo genervt. „Sie wollte mich für Weihnachten einladen, weil sie Angst hat, es könnte ihr letztes Weihnachten sein.“ „Zerbrechlich wirkt die alte Dame aber nicht.“ Theo stimmte zu. „Und warum sollte ich dabei sein?“, bohrte Lukas weiter. „Heute wollte ich eigentlich vor der Glotze hängen und mir ein bisschen Sport reinziehen.“ „Ich hatte Angst, der Besuch bei Tante Katharina könnte totlangweilig werden. Du solltest mich aus den Fängen der Alten retten.“ „Langweilig war Katharina auf keinen Fall!“ Lukas lachte bei der Erinnerung an die alte Dame. „Und wie eine Klette hat sie sich auch nicht benommen. Eigentlich hat mir deine Tante richtig gut gefallen.“ „Dann kannst du sie ja wieder besuchen“, schlug Theo vor. „Das mache ich auch. Ich glaube, sie hat Gefallen an mir gefunden.“ Theo brummte nur, statt darauf zu antworten. Beide schauten durch die Scheiben hinaus und bewunderten das unendliche Weiß. Im Autoradio liefen die Nachrichten. Das Hauptthema des Tages waren die überfallartigen Schneefälle, die kein Wetterdienst vorhergesagt hatte. „Seit Kachelmann im Knast hockt, gibt es keinen vernünftigen Wetterbericht mehr“, knurrte Theo. Mit einem Seufzer gestand Lukas: „Ich finde den Schnee irgendwie schön. Ich kenne ihn ja nur als braunen Matsch im Straßengraben.“ „Du bist wohl noch nie aus Saarbrücken rausgekommen“, resümierte Theo sofort. „Nein!“ „Dann wurde es ja mal Zeit.“ Theo griente. „Wer weiß, vielleicht komme ich ja schon bald wieder in diese gottverlassene Gegend und besuche dein Tantchen“, feixte Lukas. „An Weihnachten habe ich zufällig noch nichts vor.“ Theos Corolla geriet ins Rutschen. Mit hektischen Bewegungen versuchte Theo gegenzulenken, womit er alles nur noch schlimmer machte. Das Auto schlingerte haarscharf an der Leitplanke entlang, bevor es auf die gegenüberliegende Straßenseite rutschte und dort den Abgrund ganz knapp verpasste. Nach einigen Sekunden gelang es Theo, den Wagen wieder in Fahrtrichtung zu steuern, die sich hinter der Kurve in einer kerzengeraden Strecke durch unendliches Weiß offenbarte. „Scheiße!“, fluchte er. „Erschreck mich doch nicht so!“ Zitternd gab er Gas und tuckerte weiter. „Hast du keine Winterreifen drauf?“ „Nein!“ „Das ist doch jetzt Pflicht“, begehrte Lukas auf. „Willst du mich anzeigen?“ „Ich denke drüber nach.“ „Blödmann!“ Plötzlich fiel ein Schuss. Ein Pfeifen folgte, darauf ein Zischen und ein Klirren. Kalte Luft vermischt mit Schnee drang ins Innere des Wagens.

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