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In dieser Woche empfehlen wir die für den Friedrich-Glauser Preis 2013 in der Sparte Debüt nominierten Romane:

Marc-Oliver Bischoff - Tödliche Fortsetzung (Grafit) Martin Kanther ist Bestsellerautor – gewesen. Vor 20 Jahren machte sein Debüt „Drachentöter“ Furore, vor allem deswegen, weil jemand es als Vorlage für eine grausame Mordserie verwendet hat. Damals war Kanther selbst verdächtig – heute ist er ein Wrack: fett, alkoholsüchtig und immer in Geldnot. Bis er ein lukratives Angebot erhält: Ein Unbekannter bittet ihn, ein Manuskript zu lektorieren. Damit beginnt das Grauen von Neuem: Das anonyme Manuskript setzt nämlich nicht nur Kanthers eigenes Debüt fort, sondern auch das blutige Morden geht weiter … „Tödliche Fortsetzung“ verwebt geschickt Fiktion und Realität. Mit beängstigender Zwangläufigkeit und einem großen Blick für Details treibt Marc-Oliver Bischoff die Handlung voran. Er spielt mit den alkoholbedingten Erinnerungslücken seines Helden und der Unsicherheit seiner Leser: Ist Kanther tatsächlich ein Mörder oder nicht? Kanther gegenüber stellt Bischoff zwei weitere, starke Charaktere: Da ist Kanthers Jugendfreund Siegfried, einst Vorbild für das Romandebüt. Nach 20 Jahren Haft in Asien fordert er nun seinen Anteil an Kanthers Bucherfolg. Und da ist Nora Winter, die Polizeipsychologin, die dem Täter immer näher kommt. Zu nahe? ................................................................................................................................................................ Jan Hellstern - Kinder des Bösen (Kein & Aber) Winter 1945. In den Kriegswirren muss Honsa Haas den elterlichen Hof verlassen. Die Flucht vor seinen Verfolgern führt ihn schließlich in seine Geburtsstadt Prag. Dort findet er Arbeit bei einem alten Forensiker und Arzt, der etwas zu verbergen scheint. Welches alte Geheimnis hütet er? Und was hat Honsa mit all dem zu tun? Die Sprache ist es, die den Leser in dieses Buch hineinzieht und in ihrer Struktur und Poesie fasziniert. Gefangen durch die dichte Atmosphäre folgt man den Figuren durch die Gassen der alten Stadt und kann sich einlassen auf den Fluss einer Handlung, die noch lange nachhallt. Die Geschichte des jungen Honsa Haas, der seine Wurzeln findet, ohne sie zu suchen, ist ein Roman von eigenwilliger und beeindruckender Psychologie. ................................................................................................................................................................ Katharina Höftmann – Die letzte Sünde (atb aufbau) Marina ist schön, aus der Ukraine immigriert – und tot. In Tel Aviv liegt sie neben einer Sprachschule. Kommissar Assaf Rosenthal verdächtig zunächst einen schwarzen Mitschüler. Doch schon bald gehen die Ermittlungen in eine andere Richtung – denn die Tote hat offenbar als Edelprostituierte gearbeitet. Eine weitere Spur führt ins Milieu der Drogenbarone. Dann wird Joy ermordet, die für denselben Zuhälter wie das erste Opfer gearbeitet hat. Und da ist noch der alte Ezra Schwarz, ein Kunde, der Marina Geld schuldete … "Die letzte Sünde" entführt den Leser nach Israel – und schon zu Beginn fasziniert Katharina Höftmann mit Detailwissen über eine Welt die uns normalerweise nicht vertraut ist. Im Schmelztiegel des Vielvölkerstaates agiert auch Kommissar Assaf Rosenthal, ein ehemaliger Armeeoffizier, notorischer Frauenheld, und - außergewöhnlich - politisch konservativer junger Kommissar. Auch er hat Vorurteile. Schreckliche Vorurteile. Und man kann sich über Rosenthal ärgern, ihn beinahe hassen. Doch gerade das macht ihn zu einer starken Figur. Ein gelungener, erwachsener Krimi, der nicht nur dem Leser, sondern auch dem Kommissar neue Einsichten schenkt. ............................................................................................................................................................... Mechthild Lanfermann - Wer im Trüben fischt (btb) Die Journalistin Emma Vonderwehr ist neu in Berlin und hat gerade an einem Radiosender angefangen, als sie in einen Mordfall gerät und als erste mit dieser Nachricht auf Sendung geht. Das Opfer ist der prominente wie umstrittene amerikanische Wissenschaftler Tom Rosenberg. Ihre Recherchen führen Emma in die Polit- und Kulturschickeria der Stadt. In der Nazizeit verwurzelte Seilschaften, schuldhafte Verstrickungen und ein bis heute währender Kampf um Geld und Macht verweben sich zu einem überzeugenden Sujet. Die Autorin gewährt uns einen journalistischen Blick auf den Mordfall Rosenberg. Diese ungewöhnliche Perspektive, eine klare Sprache, gut ausgearbeitete Figuren und die packende Story im Architekturmilieu nimmt den Leser gefangen und gibt ihn erst ganz am Ende frei. Die Autorin zeigt, dass Spannung nicht gleich Blut und exzessive Gewalt bedeutet, und dass eine glaubhafte Ermittlerfigur kaum klischeedepressiv sein muss. ................................................................................................................................................................ Stephan Ludwig - Zorn – Tod und Regen (Fischer) Gelangweilt schiebt Kommissar Zorn seine Kugelschreiber über den Schreibtisch, als der größte anzunehmende Unfall eintritt: Er muss ermitteln. Und das auch gleich in zwei Mordfällen. Stephan Ludwig hat mit Zorn - Tod und Regen einen Krimi vorgelegt, der vor allem dank des Zusammenspiels zwischen dem Kommissar Claudius Zorn und seinem Kollegen Schroeder auffällt. Zorn ist beamtoid. Er hat keine Lust auf seinen Job, ist faul, träge und kann sich nur schwer damit abfinden, dass er nun wirklich einmal arbeiten muss. Sein Kollege der "Dicke Schröder" ist genau das Gegenteil: fleißig, gewitzt, schnell. Wie wunderbar, dass der faule und streckenweise unsympathische Zorn so gut aussieht, während Schroeder von Glück sagen kann, dass es sich bei diesem Fall nicht um einen Film handelt. Die vielschichtig komponierte Story um eine brutale Mordserie in einer unbekannten Stadt, die auch vor Verstrickungen bis in die Staatsanwaltschaft nicht halt macht, tut ein Übriges, um die Leser sofort in ihren Bann zu ziehen.

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Für den Friedrich-Glauser-Preis, dem Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2013 “Debütroman” konnten deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2012 erstmals erschienen sind (Originalausgaben). Am Wettbewerb für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte “Debüt” konnten sich Verlage mit Kriminalromanen von Autoren beteiligen, die bisher noch keinen Roman – egal in welchem Genre – veröffentlicht haben. Die Juroren waren: Veit Bronnenmeyer, Petra Busch, Carmen Korn, Iris Leister, Elke Pistor Jury-Organisation: Jan Beinßen

Alle eingereichten Bücher finden Sie hier >> 0.0P

Der Preis in der Sparte „Debütroman“ ist mit 1.500 € in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert. Der/die Preisträger/in wird auf dem „Tango Criminale“, der großen Abschlussgala bei der CRIMINALE 2013 in Bern am Samstag, den 20. April 2013verkündet und geehrt.