Zeitreise ins römische Germanien

In der Provinz Germanien gärt es. Immer wieder stören chaukische Seeräuber durch Überfälle den Frieden, erschweren den Handel zwischen den Römern und einzelnen germanischen Stämmen. Nun sollen die Friesen ihre Nachbarn in die Schranken weisen. Als jedoch das Mitglied einer chaukischen Delegation in der Colonia Agrippininesis erschlagen aufgefunden wird, drohen diplomatische Verwicklungen - und der Überraschungsangriff der Friesen scheint gefährdet. Der junge Römer Quintilianus soll retten, was zu retten ist, und den Mörder ausfindig machen. Aber ist die Wahrheit wirklich erwünscht? Bald weiß Quintilianus nicht mehr, wem er noch trauen kann. Kenntnisreich und spannend nehmen die Autorinnen den Leser mit auf eine Zeitreise ins römische Germanien.                 ................................................................................................................................................................................                Ilka Stitz, wurde 1960 geboren, studierte Kunstgeschichte, Germanistik, klassische Archäologie, lebt und arbeitet in Köln. Zusammen mit Karola Hagemann schreibt sie historische Kriminalromane. Bibliografie: "Das Geheimnis des Mithras-Tempels" (Grafit, 2006). Unter dem gemeinsamen Pseudonym 'Malachy Hyde' erschienen schon mehrere historische Romane und Kurzgeschichten, u. a. „Gewinne der Götter Gunst“ (Knaur 2007), „Wisse, dass du sterblich bist“ (Knaur 2006). Siehe auch im SYNDIKAT-Mitgliederverzeichnis unter 'Hyde' ...

Karola Hagemann, ist Jahrgang 1961, lebt in Hannover und ist nach einem Geschichts- und Anglistikstudium als Diplompädagogin in der Fortbildung des Landeskriminalamts Niedersachsen tätig. Zusammen mit Ilka Stitz schreibt sie historische Kriminalromane. Bibliografie: "Das Geheimnis des Mithras-Tempels" (Grafit, 2006). Unter dem gemeinsamen Pseudonym 'Malachy Hyde' erschienen schon mehrere historische Romane und Kurzgeschichten, u. a. „Gewinne der Götter Gunst“ (Knaur 2007), „Wisse, dass du sterblich bist“ (Knaur 2006). ..........................................................................................................................................................................

Drei Fragen an Ilka Stitz & Karola Hagemann

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? 1994, zwei Jahre nach einer Türkeireise, die sehr inspirierend war. Diese zwei Jahre verbrachten wir aus Interesse mit Recherchen zu den antiken Stätten der türkischen Westküste, dann entstand die Idee, die gewonnen Kenntnisse in einen historischen Kriminalroman umzusetzen. Und den haben wir tatsächlich geschrieben und gleich einen Verlag gefunden. Mittlerweile sind es einige, die sich in unseren sechs Büchern wiederfinden. Dabei geht die Rechnung, ein Mord pro Buch, allerdings nicht auf. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Mittlerweile sind es einige, die sich in unseren sechs Büchern wiederfinden. Dabei geht die Rechnung, ein Mord pro Buch, allerdings nicht auf. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? In dubio pro reo! ..........................................................................................................................................................................

Leseprobe

Kapitel I

Sie waren betrunken, er sah es sofort. Grinsend näherten sich die sechs Barbaren einem Mädchen, das vor ihnen zurückwich. Einer streckte seine Hand nach ihr aus, sie schrie auf, stolperte gegen einen Auslagentisch. Rote Tonschüsseln fielen zu Boden, zerbrachen in tausend Scherben. Die Männer setzten ihr nach, lachten, lange blonde Haare flogen um kantige Köpfe. Der Standbesitzer schimpfte. Warum griff niemand ein? „Lass die Finger von dem Mädchen!“, rief Quintilianus und drängte sich zwischen den Schaulustigen hindurch, die in immer größerer Zahl stehen blieben. Endlich erreichte er den blonden Hünen und riss ihn von dem Mädchen zurück. Der torkelte in die Arme eines Kumpanen, rappelte sich auf, wechselte ein paar Worte mit seinen Freunden. Dann kamen sie auf ihn zu, in ihren Augen funkelte es. Sie waren in der Überzahl, gegen sie hatte Quintilianus allein keine Chance. Warum standen die Menschen so herum, warum half ihm niemand? Wo waren die Wachen des Prätoriums, römische Legionäre? Die Soldaten vor der Bronzetür des Statthalterpalastes rührten sich nicht. Sie waren wohl zu weit entfernt, um zu erkennen, was auf dem Platz vor sich ging, in dem Gewimmel von Ständen, Händlern und Kauflustigen. Quintilianus zog seinen Dolch, zischte: „Wagt es nicht, ihr Barbaren! Verschwindet!“ Die blonden Männer wichen tatsächlich zurück. Ein Raunen ging durch die Menge. „Mach sie fertig, Römer!“, rief einer aus den hinteren Reihen. „Komm, Sextus, nimm den Knüppel da, helfen wir dem Mann.“ Bewegung kam auf und die Germanen schauten sich um, hoben beschwichtigend die Hände. Vier Männer traten neben Quintilianus und schüttelten Stöcke und Fäuste in Richtung der Unruhestifter. Quintilianus schaute zu dem Mädchen, nun, sie würde seine Hilfe nicht mehr brauchen, schade eigentlich, sie war hübsch, dunkle Locken umrahmten ihr Gesicht. Endlich liefen zwei Sklaven herbei, bleich und atemlos, nahmen die junge Frau in die Mitte und verschwanden mit ihr in Richtung Prätorium. Die Germanen lachten, einer leckte sich über die Lippen. Ein anderer schlug dem Landsmann auf die Schulter, dass er nach vorne stolperte. „Barbarbar“ vernahm Quintilianus, dann bahnten sich die Fremdlinge einen Weg durch die Menge und verschwanden. Gute Götter, welch Wilde gab es hier in der Provinzhauptstadt, in der Colonia Agrippinensis, Barbaren von jenseits des Rhenus sicherlich, Germanen, wie er sie sich in seinen schlimmsten Träumen vorgestellt hatte. Quintilianus atmete er durch, wandte sich um und schritt seinerseits auf das Prätorium zu, der Statthalter erwartete ihn.

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