In dieser Woche empfiehlt das SYNDIKAT natürlich das Bücher-Feuerwerk seiner Preisträgerinnen und Preisträger 2009.

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FRIEDRICH-GLAUSER-PREIS

in der Sparte 'Roman'   Gisa Klönne - Nacht ohne Schatten (Ullstein) Ein erstochener S-Bahn Fahrer und zwei misshandelte Frauen. Eine unbequeme Kommissarin und eine Rechtsmedizinerin, die trotz ihrer Inuit-Herkunft mehr als ein warmes Schaumbad braucht, um der Kälte um sich herum zu trotzen: Ein düsteres und beklemmend aktuelles Bild einer Welt, in der nicht nur die Opfer, sondern auch die Ermittler verloren zu gehen drohen. Konsequent und mutig bis an die Schmerzgrenze dessen, was ein Autor seinen Lesern zumuten kann.

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in der Sparte 'Debüt'                            Lucie Klassen - Der 13. Brief (Grafit) Lila Ziegler will nicht studieren, flieht nach Bochum und landet in einer Männerwirtschaft, bei dem Privatdetektiven Ben Danner und mitten in einem Fall. Eine temporeiche Geschichte einer jungen Frau, die Kind, Teen und Erwachsene in einer Person ist. Lucie Klassen unterhält in einer lockeren Sprache und überzeugt durch Spannung und überraschende Wendungen.

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in der Sparte 'Kurzkrimi'                                                                                 Judith Merchant - "Monopoly" aus: Money. Geschichten von schönen Scheinen, Verlag Johannes Heyn Alles hat seinen Preis. Aber wer bezahlt, wenn sich eine Frau für eine Nacht voll Lust und Liebe entlohnt sieht, als wäre sie eine Hure? Mit nichts als einem roten Mantel bekleidet, stürmt die Protagonistin durch Judith Merchants furiose und messerscharfe Geschichte, nur um etwas spät festzustellen, dass der (Geld-)Schein vielleicht auch trügen kann.

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HANSJÖRG-MARTIN-PREIS Kinder- und Jugendkrimi Christian Linker - Blitzlichtgewitter (dtv) Becca hat ihn abserviert, einfach so. Fabian ist enttäuscht und sauer. Auf der nächsten Fete tröstet er sich mit Alkohol. Völlig betrunken kommt ihm die Idee, wie er sich an Becca rächen könnte. Er macht ein paar üble Fotos von ihr, die er über sein Handy verschickt. Wieder nüchtern, würde er am liebsten alles ungeschehen machen. Zu spät, das Foto hat längst die Runde gemacht und plötzlich wird Fabian als Urheber eines widerwärtigen Slappingfilms verdächtigt. Der Leser durchlebt mit Fabian einen wahren Alptraum. Das, was scheinbar so harmlos beginnt, verändert letztendlich nicht nur sein, sondern auch Beccas ganzes Leben. Christian Linker beschreibt in seinem Roman ein aktuelles Thema. Gar zu nachlässig setzen die Jugendlichen Informationen und Bilder ins Netz, und die auf dem Schulhof kursierenden Slappingfilme lassen sie seltsam emotionslos. Linker zeigt die Kehrseite unserer Mediengesellschaft auf. Brandaktuell.

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und natürlich auch das neueste Buch des EHRENGLAUSER-Preisträger 2009 kettenbach_dasstarkegeschlecht.jpg kettenbach_klein.jpg Hans Werner Kettenbach  - Das starke Geschlecht (diogenes) ›Das starke Geschlecht‹ handelt von der Angst vor dem Altern, verpackt in einen Thriller um einen Gerichtsprozess, in dem es definitiv nicht nur um die Frage geht: Welche Partei bekommt Recht, sondern: Wer ist in Wirklichkeit das starke Geschlecht?

   Wir wünschen spannende Unterhaltung!