Das SYNDIKAT-Jahrbuch 2014

KRIMI ist nun bereits zum siebten Mal das Thema des Secret Service. Zehn Bestseller-AutorInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erzählen und zeigen wie und wo sie am liebsten schreiben. Neben spannenden Fachinformationen kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz: 14 Krimi-Miniaturen und ein Kurzkrimi runden die perfekte Mischung des Jahrbuchs des SYNDIKATs ab. Exklusive Interviews mit Ingrid Noll, Iny Lorentz, Gisa Klönne u. v. m. ................................................................................................................................................................................ Drei der kriminellen Kollaborateure, stellvertretend für die mehr als 30 SYNDIKAT-Mitglieder, dank deren Mitarbeit das Jahrbuch 2014 kriminell gute, spannende, informative und witzige Unterhaltung bieten kann. . ................................................................................................................................................................................

Was bietet der Secret Service 2014?

Natürlich die Fixpunkte aller Jahrbücher: Die Befragungen der Glauser- und Martin-Preisträger 2013, Rückblick und Vorschau CRIMINALE sowie eingestreute Krimi-Miniaturen. Interviews mit zehn Besteller-AutorInnen zu ihren Schreibgewohnheiten, ein mörderisches ABC zur Krimi-Insel Juist und eine Zusammenstellung außergewöhnlicher Ermittlerfiguren runden sind nur einige der weiteren Highlights, die Ihnen das Jahrbuch in diesem Jahr bietet. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich herzlich bei allen bedanken, die daran mitgearbeitet haben und vor allem bei unserem Verleger, Armin Gmeiner, der die Veröffentlichung des Jahrbuchs auch dieses Jahr wieder möglich gemacht hat. Vielen Dank! Und hier noch einer der Beiträge als Einstimmung … Buchanfänge – aller Anfang ist schwer Jürgen Ehlers Einen Roman zu schreiben ist nicht einfach. Die meisten von uns haben viele gute Ideen, aber das Problem besteht darin, sie auch zu Papier zu bringen. Schon allein der Anfang! Edward Gorey gibt davon ein schönes Beispiel (Eine Harfe ohne Saiten oder Wie man Romane schreibt / The Unstrung Harp; or, Mr Earbrass Writes a Novel, 1953). Sein fiktiver Erfolgsautor, dessen Name in der deutschen Übersetzung zu Ronald Frederic Melf geworden ist, beginnt jedes zweite Jahr am 18. November einen neuen Roman, und wir sehen ihn in Goreys Illustration, wie er an seinem Schreibtisch sitzt und verschiedene Anfänge prüft und wieder verwirft: „Graue Wolken bedeckten …“, „Schnee …“, „Seit drei Stunden fegte ein Schneesturm …“, „Vom Himmel …“, „Einzelne Schneeflocken …“, „Es hatte begonnen zu schneien.“ Ich nenne das die Methode Melf. Die Methode Melf Diese Art des Einstiegs ist sehr verbreitet. Jeder von uns ist in der Lage, jederzeit über das Wetter zu reden, das gerade wieder einmal zu kalt, zu heiß oder sonst irgendwie unerfreulich ist. Jeder Leser versteht das. Auch jeder Autor kennt sich auf diesem Gebiet aus, und so kann es kaum verwundern, dass dieser Einstieg besonders häufig gewählt wird: Es war ein regnerischer Novembermorgen, (Frank Göhre: Der Tanz des Skorpions, 1991). Werner Fuhrmann schaltete den Scheibenwischer auf höchste Stufe, gab vorsichtig Gas und fluchte lauthals. (Wolfgang Burger: Mordsverkehr, 1998). „Ich finde, es ist kalt.“ (Frank Schätzing: Tod und Teufel, 1995). Unverhofft hatte es gefroren. (Uwe Friesel, Das gelbe Gift, 1988). Nebel. Er schleicht lautlos heran wie ein Raubtier, dachte er. (Henning Mankell: Der Mann, der lächelte /Mannen som log, 1994). Ein klarer heller Maitag. Die vergangene Nacht war kühl gewesen. (Fred Breinersdorfer: Der Hammermörder, 1986). Der Himmel blau. Keine Wolke, kein Hauch von Weiß. Die Luft steht, die Sonne scheint. (Jan Costin Wagner: Schattentag, 2005). Hansjörg Martin beginnt sogar einen seiner Romane mit einem kompletten Wetterbericht: …das ausgedehnte Tief, das sich von Schottland bis zur Biskaya erstreckt, wandert langsam südwärts und beeinflusst unser Wetter. An seiner Ostflanke dringt kalte Meeresluft vor allem in den norddeutschen Raum. Die Aussichten für Montag, den 3. Juni: Bedeckt mit gelegentlichen Aufheiterungen. Niederschläge, besonders im Küstengebiet. Neigung zu Schauern. Auffrischende Winde aus nördlicher Richtung, später auf West drehend, in Böen bis Stärke acht … (Hansjörg Martin: Bei Westwind hört man keinen Schuss, 1973). Mit dieser Art des Buchanfangs kann man nichts falsch machen. Und auf dem weiteren Weg lässt sich der Leser behutsam vom Bekannten (dem Wetter) zum Unbekannten (dem Mord) führen – wenn wir denn davon ausgehen dürfen, dass die meisten unserer Leser bisher weder gemordet haben noch ermordet worden sind. Dieser Einstieg macht es uns auch leicht, gleich den passenden Ausstieg aus der Geschichte zu finden. Melf entscheidet sich für die klassische Lösung: Es schneite noch immer. Aber das lässt sich natürlich beliebig variieren. Bei Jan Costin Wagner zum Beispiel regnet es am Ende. Und auch bei Fred Breinersdorfer ist der Himmel schließlich schwer und grau, voller Regen.   Fünf Freunde und der Buchanfang Enid Blyton verwendet für die Anfänge ihrer Bücher ein Schema, bei dem zunächst einmal die Protagonisten vorgestellt werden (Julius, Richard, Anne und George sowie der Hund Timmy) die Eltern und sonstigen Angehörigen, falls erforderlich, und die häuslichen Verhältnisse.  So ein erstes Kapitel heißt zum Beispiel Daheim im Felsenhaus: Eines Tages, kurz nach Beginn der Osterferien, saßen vier Kinder und ein Hund zusammen in der Eisenbahn. „Bald werden wir da sein“, sagte Julius, ein großer Junge mit mutigem Gesicht. „Wau!“ bellte Timotheus, der Hund. Er richtete sich auf und versuchte ebenfalls, aus dem Fenster zu schauen. „Setz dich, Tim, und versperr uns nicht die Aussicht! Anne ist auch noch da.“ Anne war seine kleine Schwester. Sie steckte ihren Kopf zum Fenster hinaus. „Station Felsenburg! Wir sind gleich am Ziel!“ rief sie aufgeregt. „Hoffentlich holt uns Tante Fanny ab.“ „Natürlich“, sagte Georg, ihre Kusine. (Enid Blyton: Fünf Freunde auf Schmugglerjagd / Five go to Smuggler’s Top, 1945).

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Der vollständige Artikel ist natürlich wie immer im Secret Service 2014 nachzulesen - den Sie beim Buchhändler Ihres Vertrauens ab sofort bestellen können.

 

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