Glauser2026 KurzkrimiDer GLAUSER-Preis in der Kategorie "Kurzkrimi" geht an Elke Pistor. Die Auszeichnung wurde am Samstag, den 9. Mai 2026, im Rahmen der CRIMINALE in Salzburg verliehen. Der Preis ist mit 1.000 Euro in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.

 

 

 

 

 

 

 

preisträgerin des GLAUSER 2026 in der Kategorie "Kurzkrimi": Elke Pistor: Zu kurz. So lang. Ein Jahr.
In: Festlich morden (Emons) 

 

elke pistor 499 Maigut Fotografie

Elke Pistor  (Foto © Maigut Fotografie) 

Zu kurz. So lang. Ein Jahr.

In: Festlich morden. (Emons)

„In meinem Blick ist nichts. Innen da ist Schmerz. Da ist Zerreißen. Da ist Leere.“ Und diese Leere, dieser Schmerz, dieses Zerreißen wird in der Geschichte von Elke Pistor so eindrücklich wie originell und mitreißend dargestellt, dass man die Gefühle als Leser*in nachempfinden kann, sich mit der Protagonistin gemeinsam auf dem Sofa zusammenrollt, schwer wie Blei wird und nicht versteht, wie man überhaupt jemals wieder aufstehen und sein Leben weiterleben soll. „Zu kurz. So lang. Ein Jahr.“ ist eine Kurzgeschichte, bei der das Ende der Anfang und der Anfang das Ende ist. Rückwärts wickelt Elke Pistor kunstvoll das Jahr im Leben der Protagonistin ab, wie ein Wollknäuel, Schicht für Schicht, bis das ganze Ausmaß der Tragik für die Leser*innen ans Licht kommt. „Kinder gehen zu lassen, sie aus der Seele zu entlassen, weil sie nicht mehr da sind, ist unmöglich.“

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Mutter, die wir über ein Jahr lang begleiten. Vom letzten Tag bis zum ersten. Dem Tag, an dem für diese kleine Familie alles aus den Fugen gerät. Wir erleben ihren Schockzustand, ihre Sprachlosigkeit, ihre Taubheit und den Versuch, zurück ins Leben zu finden, nachdem ihr Kind ermordet wurde, und wir sehen ihr dabei zu, wie sie anstatt selbst aus dem Leben zu scheiden, all ihre Kraft sammelt und selbst zur Tat zu schreitet. Die innere Leere wird am Ende durch Schuld ersetzt. Elke Pistor schreibt tiefsinnig, sensibel, aufrüttelnd, oft leise und düster, aber immer eindrücklich und einprägend. Die Autorin malt Bilder mit Worten, die noch lange nachhallen und die Leserschaft schockiert, wütend, aber auch traurig und nachdenklich zurücklässt. Und am Ende steht die Frage: Kann man die Schuld am Tod eines Menschen aufwiegen? „Zu kurz. So lang. Ein Jahr“ ist ein Kurzkrimi, den man nicht vergisst!

 


Außerdem nominiert waren:

Elsa Dix: Schneekristall. In: Mörderische Weihnacht überall. (HarperCollins)

Sunil Mann: In blinder Wut. In: Blutige Lippe 5. (Ventura)

Regula Venske: Schnick Schnack Schnucki – schrecklicher als der Tod. In: Schaurige Orte an der Nordsee. (Gmeiner)

Fenna Williams: Frosty the Snowman. In: Festlich morden. (Emons)

 

Jury:  Petra Mattfeldt, Jennifer B. Wind, Franziska Henze,  Martin Meyer und Ellen Schmidt (Jury-Organisation).

 

(Die Aussschreibung für das Jahr 2027 finden Sie hier)