Wo wir nicht hinsehen, gedeiht das Böse

Ein Toter ohne Gesicht mitten in der Kölner Altstadt. Die Ermittlungen führen Judith Krieger in die Vergangenheit. Zu einer Familientragödie. Und zu einem Kinderheim, dessen Wurzeln bis in die NS-Zeit reichen. Ist der Täter ein ehemaliges Heimkind? Ist Rache sein Motiv? Schon bald fordert er Judith Krieger zu einem perfiden Wettkampf heraus. NICHTS ALS ERLÖSUNG ist ein eindringlicher und rasant erzählter Kriminalroman über ein lange verschwiegenes Kapitel der deutschen Geschichte. ................................................................................................................................................................................ Gisa Klönne, 1964 geboren, studierte Anglistik und war Journalistin. Ihre von Lesern und Presse gleichermaßen gefeierte Erfolgsserie um Kommissarin Judith Krieger wurde in mehrere Sprachen übersetzt, unter anderem in Spanische und Dänische. Gisa Klönne ist außerdem Herausgeberin zweier Kurzkrimi-Anthologien. Für ihr Werk wurde Gisa Klönne mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie 2009 für NACHT OHNE SCHATTEN den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte bester Kriminalroman, die Bonner Polizei ernannte sie zur Ehrenkommissarin. Im Oktober 2011 erschien ihr fünfter Roman mit Judith Krieger: „Nichts als Erlösung“. www.gisa-kloenne.de ................................................................................................................................................................................

Drei Fragen an Gisa Klönne

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Offiziell im Jahr 2000 mit Veröffentlichung meines ersten Kurzkrimis. Im Kopf aber schon wesentlich früher. Kalle Blomquist, die fünf Freunde, Pünktchen und Anton ... schon als Kind war ich dem Verbrechen nicht abgeneigt. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Ich habe aufgehört, jede meiner einzelnen Leichen zu zählen. Das Schreiben ist ja schon Arbeit genug. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Verteidigung? Ich werde dafür bezahlt. ................................................................................................................................................................................

Pressestimmen

"Gisa Klönne greift ein hochaktuelles Thema auf und verflechtet es zu einem komplizierten, hintergründigen und atemlosen Krimi, der bis zuletzt die Spannung hält. Fantastisch." WDR 5 "Spannend, intelligent, brisant – erstklassig!" Hörzu "Gisa Klönne verknüpft in NICHTS ALS ERLÖSUNG gekonnt Kriminal- und Gesellschaftsroman." Freundin "NICHTS ALS ERLÖSUNG, das neueste Buch der Kölner Autorin Gisa Klönne, ist ein spannender Krimi, der mit den Grausamkeiten im ehemaligen Kinderheim ein topaktuelles Thema aufgreift." Mittelbayerische Zeitung ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

(…) Ihre Hände schwitzen in den Latexhandschuhen, das Plastik der Schuhüberzieher klebt an ihren Fußknöcheln. Sie steckt den Schlüssel ins Schloss, öffnet die Haustür, zieht sie hinter sich zu. Das Haus riecht nach Staub und Verlorenheit. Die Luft schein verdichtet, ja beinahe giftig, als ob über Wänden und Möbeln ein Schimmelpilz liegt. Noch etwas steigt Judith in die Nase, etwas, das sie nicht deuten kann und hier auf gar keinen Fall erwartet hat. Unwillkürlich greift sie nach ihrer Walther und dreht sich einmal um die eigene Achse. Was war das gerade für ein Geruch, der so fremd wirkte, beinahe klinisch? Nichts, gar nichts, nur ihr Hirn, das verrückt spielt, seitdem sie nicht mehr raucht. Sie versucht sich zu entspannen und ganz normal zu atmen. Hier war nie ein Besucher willkommen, weiß sie plötzlich, weiß zugleich, dass sie keinen Beweis dafür hat, dass das nichts als eine Mutmaßung ist, eine Fantasie. Sie tastet sich vorwärts, orientiert sich an den Lichtstreifen, die durch die Ritzen der Rollos dringen, gelangt in einen Raum, der vermutlich das Wohnzimmer war. Steinfliesen auf dem Boden, kein Teppich, die Ausdünstungen alter Möbel. Jemand hat ihr Fotos von diesem Haus geschickt, sie ist jetzt sehr sicher, dass es so ist. Fotos von der Fassade, schon vor Jonas Vollenweiders Ermordung. Er hat das getan. Der Täter. Er war hier, seine Präsenz sitzt hier fest, ist in diesem Haus gefangen, lebendig, greift nach ihr. Staub steht vor den Ritzen der Rollos im Licht. Wieder glaubt sie Schimmel zu riechen, weiß zugleich, dass das Einbildung ist, genauso wie die Präsenz des Täters. Schimmel, der Schimmel, das Pferd. Dasselbe Wort. Unpräzise also. Unzulänglich. Was macht sie hier eigentlich, was glaubt sie hier zu finden, allein, im Dunkeln? Hier ist nichts mehr, kann nichts mehr sein, nicht nach all den Jahren. (...) * * * Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>