Verschollen im Bergischen Land
Saga Grünwald

custos verlag


ISBN 978-3-9431-9548-4

14,50 € [D], 15,– € [A]

Math bekommt Besuch von Tobias, der seine Hilfe braucht. Er berichtet ihm, dass seine Frau, die Hauptkommissarin Artemis Rademacher, entführt wurde, zeigt ihm das Erpresserschreiben und bittet ihn, mittels seiner hellsichtigen Gabe herauszufinden, wo sie gefangen gehalten wird. Math gibt sich Mühe, kann aber keine Verbindung zu ihr aufbauen.

Kurze Zeit später wird Oberkommissar Fabian Schneider zu einem Unfall mit Fahrerflucht gerufen, der sich als Mordversuch entpuppt. Er beginnt zu ermitteln. Bald müssen das KK 11 und Math feststellen, dass der Mordversuch und Artemis' Verschwinden zusammenhängen. Math und Fabian haben einen schrecklichen Verdacht ...

Saga Grünwald

© Saga Grünwald

Saga Grünwald

Saga Grünwald wurde im April 1969 in Mannheim geboren und ist im Odenwald aufgewachsen. Seit 2007 lebt sie als freie Autorin und Journalistin in Solingen. Sie ist Mitglied der Deutschen Haiku-Gesellschaft, im Syndikat, bei den Mörderischen Schwestern und im Bergischen KrimiKartell.

Von 2004 bis 2007 – „Literarisches Schreiben” und „Belletristik” im Fernstudium.
Leiterin mehrerer Schreib-Workshops und -Seminare.
Etliche ihrer Texte wurden mit Literaturpreisen ausgezeichnet.
2011 wurde sie als „Solingerin des Jahres” für ihr soziales Engagement mit der „Silbernen Hexe” geehrt
2014 wurde ihr der dm-Preis für Engagement „HelferHerzen” verliehen.

Saga Grünwald hat mit den Jocasta Loomis-Mysteries eine ungewöhnliche Krimi-Thriller-Abenteuer-Mystik-Reihe mit insgesamt acht Bänden verfasst, in welchen sie Sagen und Mythen der keltischen und germanischen Welt mit historisch belegten Hintergründen verwebt und das alles einbettet in eine spannende Grabräuber-Geschichte.

Im Jahr 2024 startete Saga Grünwald ihre Bergische Krimi-Reihe, in welcher das Kriminalkommissariat 11 der Kreispolizeibehörde Wuppertal in ungewöhnlichen Fällen ermittelt. Die Bergischen Krimis spielen überwiegend im Bergischen Städtedreieck Solingen, Wuppertal, Remscheid, aber es gibt auch "Ausflüge" in den Kreis Mettmann.

Daneben hat Saga Grünwald mit ihrer Traviandantus-Reihe eine wunderbare Fantasy-Geschichte in sechs Bänden veröffentlicht, außerdem Bildbände mit Gedichten und Märchen in deutscher und englischer Sprache, Kurzgeschichten und ein DruidenTarot.

Unter dem Künstlernamen Sandy Green erschienen außerdem drei Bücher, die sich mit Tabu-Themen aus nationalsozialistischer Zeit befassen.

Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Saga Grünwald

Wo schreibst du am liebsten?

Zuhause und draußen in der Sonne.

Welcher ist dein Lieblingskrimi?

Da habe ich viel zu viele, um nur einen zu nennen.

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Die Krimi-Cops.

Warum bist du im SYNDIKAT?

Ich finde es gut, sich zu vernetzen und zusammen was auf die Beine zu stellen.

Dein Sehnsuchtsort?

Norfolk.

Dein Lieblingsgetränk?

Selbst gebrauter Met.

Dein Lieblingsmord?

Die mit okkulten Zeichen in Blut markierte, gruselig inszenierte Frau in meinem ersten Bergischen Krimi „Spurlos im Bergischen Land“ und damit auch mein allererster Mord.

Wo findest du Ruhe?

Im Wald.

Wo Aufregung?

Beim Entwickeln meiner Krimis.

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Bis jetzt gibt es eine solche Frage noch nicht.

Rezension

„Fantasie und Realität verschmelzen bei ihr zu spannenden Abenteuern.“
SolingenMagazin August 2025

Leseprobe

Kriminaloberkommissar Fabian Schneider fächelte sich
Luft mit einer Akte zu. Es drehte sich zwar ein Ventilator
unablässig auf Hochtouren, doch hatte Fabian das Gefühl,
dass er die warme Luft im Büro nur ein wenig in Bewegung
brachte. Kühlen tat er jedenfalls nicht. Und wenn
man nicht aufpasste, wirbelte er die Papiere durch die Luft.
Fabian legte die Akte wieder auf den Schreibtisch und
tippte weiter an seinem Bericht. Ein Blick auf die Uhr
zeigte ihm, dass es bereits fünf Uhr am Nachmittag war
und er spielte mit dem Gedanken, Feierabend zu machen,
sobald er mit seinem Bericht fertig war. Zwar war es in
seiner Wohnung, die mitten im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld
lag, nicht wirklich kühler als im Büro, aber Fabian
schwitzte lieber zuhause, als bei der Arbeit. Sogar sein tägliches
Sporttraining litt derzeit unter der Hitze. Er hatte
sich gerade mal dazu durchringen können, vor Dienstbeginn
eine kleine Joggingrunde zu laufen.
Gerade speicherte er seinen Bericht und wollte schon den
Computer herunterfahren, als Lilly Asselmanns Telefon
klingelte. Die Sekretärin des Kriminalkommissariats 11
nahm ab und meldete sich. Sie hörte eine Weile zu und
sagte dann: „Ja, ich gebe es weiter.“ Nach einem kurzen
„Tschö“ beendete sie das Telefonat. Sofort stand sie auf
und ging zielstrebig zu Julius Molls Bürotür. Sie klopfte
und als der Kommissariats Leiter antwortete, betrat sie
sein Büro.
Fabian war Lilly mit den Blicken gefolgt und er hatte das
untrügliche Gefühl, dass dieser Anruf Arbeit bedeutete.
Deshalb ließ er seinen PC noch an und wartete, bis Lilly
wieder zum Vorschein kam. Sie warf ihm einen vielsagenden
Blick zu, kehrte dann an ihren Platz zurück und setzte
sich. In diesem Moment trat Julius Moll in die offene Tür
und schaute zu seinem KOK hinüber. „Fabian“, sprach er
ihn an. „Ich fürchte, wir haben einen neuen Fall.“
Fabian verzog das Gesicht. Sein Gefühl hatte ihn mal wieder
nicht getrogen. „Um was geht es denn?“
Dass Julius Moll zögerte, verriet dem Oberkommissar,
dass die Sache wohl nicht so ganz eindeutig zu sein schien.
„Na los, Julius, rück raus mit der Sprache“, forderte er seinen
Chef ein wenig flapsig auf, doch der nickte und erklärte:
„Es gab einen Unfall in Solingen. Dabei wurde ein
Mann lebensgefährlich verletzt.“
„Aber …“, begann Fabian Schneider bereits, als ihm Julius
Moll das Wort abschnitt. „Ja, ich weiß, das gehört nicht
in unseren Zuständigkeitsbereich. Aber der Kollege vom
Verkehr, der den Fall aufgenommen hat, meinte, dass es
kein Unfall gewesen sei.“
„Verstehe“, kam es von Fabian. Obwohl er ein passionierter
Kommissar war, hätte er sich jetzt wahrlich besseres
vorstellen können, als bei dieser brütenden Hitze nach Solingen
zu fahren und den Fantasiegespinsten eines Streifenpolizisten
nachzugehen. Allerdings hütete er sich davor,
diesen Gedanken laut auszusprechen.
„Es wäre gut, wenn du dir die Sache mal anschaust“, meinte
da auch schon Julius Moll, worauf Fabian nichts anders
übrigblieb, als ergeben zu nicken und sich von seinem
Stuhl hochzustemmen. „Mach ich“, sagte er und konnte es
sich nicht verkneifen, ein ironisches „Chef“ hinzuzufügen,
worauf ihn der Kommissariats Leiter kühl anfunkelte. Fabian
grinste ihn an und wandte sich dann an die Sekretärin:
„Wo muss ich hin, Lilly?“
„Schau auf dein Smartphone“, entgegnete sie mit einem
Augenzwinkern.
Als er der Aufforderung nachkam, entdeckte er die SMS
mit der Adresse. Er nickte Lilly zu, drehte sich um und
verließ das Büro.