Teufels Tod
Astrid Plötner

Prolibris Verlag, Kassel


ISBN 978-3-9547-5223-2

Ein 90-Jähriger wird erschlagen am Rand der Massener Heide in Unna aufgefunden. Wer ermordet einen netten betagten Großvater? Niemand! Liebenswürdig war der Patriarch Friedrich Teufel nicht. Dem Team um die Kriminalkommissare Maike Graf und Max Teubner scheint es fast, als habe er den Namen völlig zu Recht getragen. Nicht nur seine Familie hat der Alte tyrannisiert. Verdächtige und Motive gibt es daher mehr als genug. Der Pächter, dem er sein Land entgegen der Absprache doch nicht verkaufen wollte. Sein Sohn, dem er immer noch seine Entscheidungen aufzwingt. Die Enkelin, die ihm nicht verzeihen kann, dass er ihre geliebte Oma in ein Heim abgeschoben hat. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen. Die Ermittler ersticken in Arbeit. Dann stoßen sie auf eine Spur, die in die Vergangenheit des Opfers führt und ihnen wird klar, dass Teufel schon als junger Mann skrupellos seine eigenen Interessen verfolgt hat …
Astrid Plötner

© Foto by S.Droste

Astrid Plötner

Astrid Plötner wurde am Rande des Ruhrgebiets geboren, wo sie bis heute lebt. Nach langjähriger Berufstätigkeit im Handel, absolvierte sie ab 2008 erfolgreich ein Fernstudium in verschiedenen Bereichen der Schriftstellerei. 2013 und 2014 wurde sie mit ihren Kurzkrimis „Ausgemobbt“ und „Mordsmasche“ für den Agatha-Christie-Preis nominiert. Seither hat sie weitere Kurzkrimis und mehrere Romane veröffentlicht. Im Besonderen die mittlerweile 5-teilige Serie mit den Ermittlern Maike Graf und Max Teubner, die spannende Kriminalfälle im Ruhrpott, insbesondere in der Region um Unna und Dortmund lösen. Astrid Plötner ist Mitglied im Verein der deutschsprachigen Kriminalliteratur SYNDIKAT e. V. 

Rezensionen

„Teufels Tod ist ein spannender Krimi, brillant erzählt und damit beste Unterhaltung.“ Dirk Becker, Redakteur des Hellweger Anzeigers in seiner Rezension zu „Teufels Tod“, erschienen am 3. November 2021 in der Printversion vom Hellweger Anzeiger. 

Exklusives Interview mit der Autorin

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem Büro am Schreibtisch unterm Dachfenster.   

Warum bist du im SYNDIKAT?

Ich finde es wichtig, sich unter Kollegen austauschen zu können. Erfahrungen, Tipps und wohlgemeinte Ratschläge.                   

Dein Sehnsuchtsort?

Die Nordsee, sehr gerne die Insel Borkum, aber nicht zur Hochsaison.           

Wo findest du Ruhe?

Ruhe finde ich bei Spaziergängen mit unserer Beagle-Hündin Lucy.           

Wo Aufregung?

Aufregung finde ich bei jedem Fußballspiel von Borussia Dortmund.          

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Wer ist der Täter?          

Leseprobe

Friedrich weigerte sich, nur eine Sekunde länger zuzuhören.

Das führte sowieso zu keinem Ergebnis. Seine Füße sogen die

Kälte des nassen Waldwegs auf und brachten ihn zum Frösteln.

Er würde zum Bauernhof zurückkehren. Vielleicht ergab sich

am Nachmittag eine bessere Gelegenheit für einen Spaziergang.

Er drehte sich zur Seite, um an dem widerwärtigen Individuum

vorbeizukommen.

»Jetzt warte doch mal!«

Friedrich hob genervt die Augenbrauen. »Ich habe keinen

Redebedarf! Kapier das endlich!«

»Nur einen Moment! Bitte! Du musst mich unterstützen!«

»Mach den Weg frei, verdammt noch mal!«

 

»Ich werde nicht eher gehen, bis du mir …«

»Was?«, unterbrach Friedrich sogleich. »Willst du mir drohen?

Du bist das absolut Letzte. Eine Mistfliege, die ich am liebsten

auf dem Boden zertreten würde. Widerlich einfach nur widerlich.«

Das rote Gesicht wurde blass. »Du meinst das tatsächlich

ernst, oder? Und was ist hiermit?« Der Mann zog etwas aus der

Tasche und hielt es ihm entgegen.

Friedrich erkannte sofort, was es war. Am liebsten hätte er es

ihm aus der Hand geschlagen. Aber er drängte sich nur wortlos

vorbei, musste dazu allerdings in den Matsch am Wegesrand treten

und fluchte. Er rief dem Kerl noch eine Gehässigkeit zu und

beschleunigte seinen Gang. Sein Herz hämmerte gegen seine

Brust. Das Dröhnen des Traktors war verstummt. Einen Moment

hörte er nur seine eigenen Schritte. Kurz darauf merkte er, dass

er verfolgt wurde. Diese elende Brut! Er würde sich nicht umdrehen.

Friedrich wäre gerne gelaufen, aber das klappte in seinem

Alter leider nicht mehr. Endlich kam der Feldweg in Sicht, der zu

seinem Bauernhof führte. Plötzlich spürte er von hinten einen

heftigen Stoß. Er stolperte nach vorn, verlor das Gleichgewicht

und landete der Länge nach auf dem morastigen Boden. Ein Knacken

in seinem Handgelenk ließ ihn vor Schmerz laut aufschreien.

Friedrich holte tief Luft und schloss kurz die Augen, sein

Herzschlag raste. Mühsam drückte er sich auf die Knie. Im nächsten

Moment erhielt er einen Schlag auf den Kopf. Es fühlte sich

an, als wäre in seinem Inneren eine Bombe explodiert. Er fasste

sich mit der linken Hand an den Hinterkopf. Seine Finger waren

voller Blut. Schwindel überkam ihn, für einen Moment wurde

ihm schwarz vor Augen. Als der zweite Schlag ihn traf, verlor er

das Bewusstsein.