Die Tote vom Weihnachtsmarkt
Beate Maxian

goldmann TB

Taschenbuch

ISBN 978-3-4424-9826-0
Originalausgabe, September 2026

14,– € [D], SFr. 20,50 [CH], 14,40 € [A]
Spannend, geheimnisvoll und voller Wiener Charme: Ein neuer Fall für die Journalistin Sarah Pauli.

Ein Dezemberabend in Wien. Die Stadt erstrahlt im festlichen Lichterglanz, Schnee bedeckt Gassen und Häuser. Alles ist still und friedlich. Bis auf dem Weihnachtsmarkt am Schloss Schönbrunn ein unheilvoller Fund gemacht wird: Eine Angestellte einer kleinen Bude für Christbaumschmuck sitzt tot im Schnee, vor ihr eine Räucherschale mit kalter Asche. Wer wollte, dass die Frau Heiligabend nicht mehr erlebt? Die Journalistin Sarah Pauli, die sich gut mit Aberglauben und alten Ritualen auskennt, beginnt zu ermitteln. Eine Spur führt sie ins Waldviertel und zu einem alten Mordfall …
Beate Maxian

Beate Maxian

Österreicherin mit bayerischen Wurzeln. Sie verbrachte ihre Kindheit in Bayern, Österreich und im arabischen Raum, lebt als freie Autorin, Moderatorin und Journalistin in Oberösterreich und Wien. Ihre Familienromane und die in Wien angesiedelten Kriminalromane mit der Journalistin Sarah Pauli sind Bestseller in Österreich. Sie wurde mit Stipendien ausgezeichnet, mehrmals für Preise nominiert und sie ist Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimi Festivals: Krimi Literatur Festival. 2022 wurde ihr der Ehren-Glauser für ihr herausragendes Engagement im Bereich der deutschsprachigen Kriminalliteratur zuerkannt. 

 

 

Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Beate Maxian

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem Büro mit Musik.           

 Welcher ist dein Lieblingskrimi?

Ich habe viele Lieblingskrimis.            

Warum bist du im SYNDIKAT?

Ich tausche mich gerne mit Kolleginnen/Kollegen aus, im SYNDIKAT kann man das gut.

Dein Lieblingswort?

Ende.

Dein Sehnsuchtsort?

Venedig.

Wo findest du Ruhe?

Am Meer und in Museen.

Wo Aufregung?

In Städten.

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Wie mordest du am liebsten?  

Gibt es etwas, dass dich an deinem Beruf Autorin überrascht hat?

Überrascht hat mich, wie sehr das Schreiben auch mich persönlich und den Blick auf Menschen verändert hat.  Ich bin analytischer und aufmerksamer geworden.



Leseprobe


Michaela und Eric verabschiedeten sich von ihren Bekannten und gaben die geleerten Tassen an der Hütte ab. Seine Frau hakte sich bei ihm unter, während sie losgingen. „Der Glühwein hatte es ganz schön in sich.“

Sie war beschwipst, ging leicht schwankend, und ihre Stimme klang ein wenig verwaschen.

Eric schmunzelte. „Vier waren dann vielleicht doch ein bisschen zu viel.“

Sie kniff ihn spielerisch in den Oberarm. „Aber lustig war’s. Gib’s zu.“

„Ja“, sagte er. „War es.“

Den Rest des Weges, der mit jedem Schritt einsamer wurde, schwiegen sie. Es war kalt, und Eric sehnte sich nach der Wärme ihres Hauses. Vor ihnen zeichneten sich die dunklen Umrisse der Bäume und des Waldstücks deutlich gegen den Nachthimmel ab. Ihr Bungalow lag nur mehr wenige Meter entfernt.

„Wollen wir daheim noch einen Absacker trinken?“, fragte er und zog den Hausschlüssel aus der Jackentasche.

Michaela antwortete nicht sofort. Sie blieb stehen, starrte in die Ferne, als hätte etwas dort ihre Aufmerksamkeit erregt. Langsam hob sie den Arm und deutete in die Dunkelheit. „Was ist das?“

Eric kniff die Augen zusammen. Zunächst sah er nichts. Nur die dunklen Stämme der Bäume, die sich aus der weißen Schneedecke erhoben. Dann erkannte er etwas. Eine Gestalt im Schwarz. Dort lag etwas zwischen den Bäumen, ein dunkler Körper, dessen Fell matt schimmerte. Ein Reh? Ein Hund? Ein Wolf?

„Lass uns näher hingehen“, sagte er und steckte den Schlüssel wieder ein. „Vielleicht ist es ein verwundetes Tier.“

„Nein.“ Michaela schüttelte den Kopf und trat einen Schritt zurück. Die Unruhe stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Verletzte Tiere können gefährlich werden. Lass uns den Förster anrufen oder die Polizei.“

„Der Förster steht vermutlich noch am Stadtplatz und hat sicher auch schon ein paar Glühwein intus.“ Eric ging langsam auf die Gestalt im Schnee zu.

Michaela blieb stehen.

„Wenn es verletzt ist, rufen wir den Tierarzt“, sagte er über die Schulter hinweg.

Sie zögerte noch einen Moment, dann folgte sie ihm doch. Mit jedem Schritt gewannen die Konturen vor ihnen an Schärfe. Kurz vor ihrem Ziel erkannten sie die teuflische Holzmaske mit den langen Zähnen, den gebogenen Hörnern, darunter das zottelige Kostüm.

Der Percht saß reglos im Schnee.

Rezension

Es kann durchaus sein, dass sich mancher Leser nach diesem Krimi gleich auch die anderen zulegen möchte.
Kurier, Mai 2026

Das SYNDIKATS-Gewinnspiel

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