Man kann so schön mit Dir schweigen
Friedrich Glauser

Man kann so schön mit Dir schweigen

Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde

Koeltz Botanical Books

Broschur
1., Aufl., September 2008
sofort lieferbar
ISBN 9783907142325
22,– € [D], SFr. 24,80 [CH]
     
Friedrich Glauser (1896-1938) war nicht nur ein begnadeter Erzähler, sondern auch ein Briefschreiber von besonderem Charme. Bereits die 1988 und 1992 erschienene grosse Brief–Edition legte davon ein beredtes Zeugnis ab. Sie enthielt jedoch nur wenige Briefe aus Glausers frühen Jahren. Der vorliegende Band schliesst diese Lücke und gibt einen vielfältigen Einblick in die bisher wenig dokumentierte Zeit von 1919 bis 1924.

Juli 1919: Es ist der erste Sommer nach dem grossen Krieg, und der 23jährige Friedrich Glauser beschliesst, nicht länger hinter Anstaltsmauern zu versauern. Ihm gelingt die Flucht aus der Psychiatrischen Klinik Münsingen; Freunde in Ascona nehmen ihn in ihre Künstler-Wohngemeinschaft auf. Man schreibt und diskutiert unter der Sonne des Südens, es gibt Beziehungen zu Verlagen und Zeitschriften. Der Traum vom Leben als Schriftsteller scheint erstmals realisierbar.
Und Glauser begegnet seiner ersten grossen Liebe: Elisabeth von Ruckteschell. Sie ist Stoff– und Textilgestalterin, Freundin von Sophie Taeuber, zehn Jahre älter als er. Eigentlich lebt sie in Zürich, doch auf Glausers werbende und drängende Briefe hin, zieht auch sie ins Tessin. Einige Monate leben sie zusammen in der alten Mühle von Ronco. Dann erleidet Glauser einen Rückfall in die Sucht, wird verhaftet und in Bern psychiatrisiert. Elisabeth von Ruckteschell verhilft ihm unter dramatischen Umständen zur Flucht und bringt ihn bei Freunden in Baden unter. Zuletzt aber zerbricht die Beziehung, und Elisabeth von Ruckteschell heiratet kurz entschlossen Bruno Goetz, einen von Glausers nahen Asconeser Freunden.
All diese Ereignisse spiegeln sich unmittelbar in der reichhaltigen Korrespondenz, die lange verschollen war und hier erstmals publiziert wird. Hinzu kommen einige Briefe nach Glausers Rückkehr aus der Fremdenlegion, geschrieben als Grubenarbeiter im belgischen Charleroi, später als Gärtner und neuerlich beginnender Autor in der Schweiz – bis hin zur Entstehung des 'Gourrama'–Romans. Ein besonderer Fund für alle passionierten Glauser–Leserinnen und –Leser.

Ascona – Psychiatrie – Fremdenlegion
Unbekannte Briefe von Glauser
an seine erste große Liebe
und die Asconeser Freunde
Friedrich Glauser

Friedrich Glauser

Friedrich Glauser

Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser (1896-1938) schuf mit der Figur seines Wachtmeister Studer eine der ersten Detektivgestalten des deutschprachigen Raumes. Studer, Protagonist von insgesamt fünf Romanen und mehrerer Kurzgeschichten, trat zum ersten Mal 1936 in dem gleichnamigen Roman auf. "Intuition und gesunder Menschenverstand helfen Studer, die meist tragischen Fälle zu lösen; einfache Menschen sind Opfer der Umstände geworden", heißt es dazu in Reclams Kriminalromanführer (Stuttgart, 1978). "Die obere Gesellschaftschicht erscheint als verloren und wird bitter karikiert."

Seit nunmehr 30 Jahren verleihen die Autorinnen und Autoren des SYNDIKATs – vertreten durch eine Autoren-Jury und in Erinnerung an ihren "Schutzpatron" – jedes Jahr den Friedrich-Glauser-Preis. Der Autorenpreis deutschsprachige Kriminalliteratur wird in mehreren Sparten vergeben: Von Anfang an ist der "Roman" vertreten (dotiert mit 5.000 Euro), seit 2002 wird der Preis zusätzlich in den Sparten "Debütroman" (dotiert mit 1.500 Euro) und "Kurzkrimi" (dotiert mit 1.000 Euro) verliehen. Der Hansjörg-Martin-Preis für den besten Kinder- und Jugendkrimi wird seit 2000 verliehen und ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro verbunden. Das Besondere dabei: Die Preisgelder werden von den Autorinnen und Autoren des SYNDIKATs selbst aufgebracht. Zudem gibt es den "Ehrenglauser" für die Verdienste einer Person, die sich in besonderem Maße um den deutsprachigen Kriminalroman verdient gemacht hat. Der "Ehrenglauser" ist nicht dotiert.