Die Schwarze Witwe von Wien
Monika Buttler

Die Schwarze Witwe von Wien

Kriminalgeschichte

Gmeiner-Verlag

Taschenbuch
2018, August 2018
sofort lieferbar
ISBN 9783839223031
14,– € [D], 14,40 € [A] , SFr. 20,90 [CH]
     

Nach der Trauung verspeist die Schwarze Witwe ihren Mann. Elfriede Blauensteiner, in ärmlichen Verhältnissen geboren und unter ständiger Gewalt aufgewachsen, rächt sich auf ihre Weise. Nachdem sie ihren Gatten zu Tode gepflegt und seine Rente im Spielsalon verspielt hat, lockt sie mit Inseraten heiratslustige und reiche Rentner an. Sie will ihren Status festigen. Und was bei einem Mann funktionierte, lässt sich auch auf andere übertragen. Mord wird fortan zu ihrem Überlebensprogramm.

Monika Buttler
© Andreas Dahlmeier

Monika Buttler

Journalistin und Autorin, in Berlin geboren. Magistra der Literaturwissenschaft, Germanistik, Philosophie. Arbeitete lange als Wohnredakteurin, übersetzte Thriller aus dem Dänischen und schrieb Sachbücher. Seit 2001 Kriminalautorin. Veröffentlicht wurden ca. 40 Kurzkrimis, die Gesellschaftssatire "Bei Lesung Mord", die Kriminalromane "Herzraub", "Abendfrieden" und "Dunkelzeit" (alle bei Gmeiner). 2005 Autobiographie "Das Hitler-Ei" (Verlag Buch+media). 2010 Hamburg-Krimi "Mord unter dem Halbmond" (Schardt Verlag). Hamburg-Krimi "Der Tod kam in Blau" (ksb media).
2011 Hörbuch/Hörspiel "Ladykiller in Eppendorf", gesprochen von Lilo Wanders, Marc Bator und Katharina Schumacher (vitaphon). Nach Christian Dietrich Grabbe sind „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ ihre literarischen Waffen. Monika Buttler lebt mit ihrem iranischen Mann in Hamburg.

Die schwarze Witwe von Wien ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 14. Januar 2019.

Drei Fragen an Autorin Monika Buttler

Warum hast du dich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?
Weil ich das Schreiben von Liebesromanen zu eintönig finde.

Was ist deine Lieblingstatwaffe?
Alle unsichtbaren.

Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?
Nichts. Denn wer sich verteidigt, klagt sich an.

Rezensionen

Ein Medizinkrimi, der sich dem Thema Organspende so beängstigend authentisch nähert, dass
er an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten ist.
Zeitschrift „new“, Hamburg über „Herzraub“

Vergangenheitsbewältigung als Krimi-Fiktion: Das wird hier so wahrhaftig
wie unterhaltend nahegebracht. Buttler schreibt in einem verdichteten,
rhythmisch flüssigen Stil, der bis zum überraschenden Ende mitreißt.
Hamburger Abendblatt über „Dunkelzeit“

Monika Buttler hat einen spannenden Krimi verfasst, der intelligent die Zeitgeschichte
thematisiert, ohne aber den erhobenen Zeigefinger zu bemühen.
HK Hamburger Wirtschaft über „Dunkelzeit“


Monika Buttler versteht es, in ihrem spannenden Krimi das brisante Thema
um religiösen Extremismus in Hamburg mit viel Sensibilität herauszuarbeiten.
Sabine Langohr, Literaturagentin über „Mord unter dem Halbmond“

Spannung ist garantiert bei Monika Buttler. Ihr prägnanter Stil macht die
Lektüre zu einem echten Genuss. Jeder Satz, jedes Wort ein Treffer.
Susanne Henke, storysite über „Mord unter dem Halbmond“

Leseprobe:

Und da tritt auf: die begierig Erwartete, eskortiert von zwei Justizbeamtinnen. In ihrer Nähe, jung, smart, mit Einstecktuch, ihr Strafverteidiger Elmar Kresbach. Jeder weiß, dass er sehr ambitioniert ist. Der avanciert noch mal zum Staranwalt, denkt Felix Moser. Wie ein eleganter Dompteur wendet sich der Verteidiger an die sensationslüsternen Journalisten: »Sie wird sprechen, keine Sorge.« Sie, die Angeklagte.
Elfriede Blauensteiner ist eine ältere Dame mit blondierten, toupierten Haaren, den Blick ihrer Augen filtert eine modisch große, blau getönte Brille. Ihre matronig füllige Figur steckt in einem beige-braunen Kostüm, kombiniert mit heller, hochgeschlossener Bluse. Fesch und seriös zugleich wirkt ihre Erscheinung. Felix Moser ist fasziniert. Er kann sich vorstellen, wie diese Frau mit wohl berechnender Weiblichkeit mühelos Männer im Seniorenalter einfangen konnte.
Aber Sympathie? Kann er einen Funken Sympathie für sie aufbringen? Nein. Dieses unfassbar selbstgefällige Lächeln, dazu ihre entlarvende Haltung: hoch gereckter Kopf, Kinn nach vorn, die Schultern zurück. Angriff und Verteidigung in einer einzigen Attitüde zusammengeschmolzen. Elfriede Blauensteiner hat offensichtlich Abgründe zu verbergen, die sie divenhaft zu überspielen sucht. Jetzt, da die Blitzlichter gewittern, die Kameras klicken und die Journalisten sie umdrängen, wirkt sie wie eine Sonnenkönigin. Zuruf aus der Pressemeute:
»Was sagen Sie zu der Anklage, Frau Blauensteiner?«
»Was wollen Sie hören? Sagen Sie mir, was Sie hören wollen.«
»Fühlen Sie sich als Mörderin?«
»Nein!«
Und dabei hebt die Blauensteiner doch tatsächlich ein Kruzifix in die Höhe, auf ihre Augenhöhe und damit den frechen Journalisten entgegen. Nein, nicht so ein mickriges Holzkreuzerl, sondern ein richtig schweres vergoldetes Ding. Ich schwöre bei Gott, soll das heißen. Das ist wahrhaft Blasphemie, denkt Felix Moser, und ein leises Frösteln zieht über seine Haut.
»Warum?«, fragt sein Kollege noch nach, als könne er hier die Wahrheit erfahren.
»Weil ich niemanden ermordet habe.«