Miss Wattenmeer singt nicht mehr
Christiane Franke, Cornelia Kuhnert

Miss Wattenmeer singt nicht mehr

Ein Ostfriesen-Krimi
März 2016
sofort lieferbar
ISBN 9783499272103
9,99 € [D], 10,30 € [A] , SFr. 13,50 [CH]
Sonderpreis 0,– €
     
Friesisch herb
Während am Strand von Greetsiel die 'Ostfriesische Schlickrennen-Wältmeisterschaft' tobt, wird Aleke Dönnerschlach auf ihrer Fischfarm ertränkt. Ihr frisch angetrauter Gatte hat ein wasserdichtes Alibi – er war beim Rennen dabei, im Team von Henner und Rudi. Doch wer hatte ein Motiv, Aleke um die Ecke zu bringen? Die Kripo Wittmund hat schnell einen Schuldigen parat, aber Henner, Rudi und Rosa haben da mal wieder ihre Zweifel. Erst recht, als ein zweiter Mord geschieht. Und als sie erfahren, dass es von Seiten der Tierschützer massive Proteste gegen die Fischfarm gab, legt das Trio sich so richtig ins Zeug.
Christiane Franke

Christiane Franke

geb. 1963, lebt in Wilhelmshaven am wunderschönen Jadebusen.

Christiane Frankes Romane spielen an der Nordsee - hier überwiegend mit den beiden Kommissarinnen Oda Wagner und Christine Cordes die sie inzwischen schon in vielen Fällen begleitet. In ihren Kurzkrimis reist sie gern durchs ganze Land und liebt es, dort auch einmal die humorigeSchiene einzuschlagen.
Mit ihrem Kurzkrimi "Schlafes Schwester" war sie für den Deutschen Kurzkrimipreis (Tatort Eifel) nominiert. Für 2011 erhielt sie das Stipendium "Tatort Töwerland" der Insel Juist.

Im August 2014 erscheint im Rowohlt Verlagmit "Krabbenbrot und Seemannstod" der Auftakt zur eher heiteren Ostfrieslandkrimireihe , der in Neuharlingersiel spielt und den sie gemeinsam mit Cornelia Kuhnert geschrieben hat.

Cornelia Kuhnert

Cornelia Kuhnert

Cornelia Kuhnert lebt und schreibt in Hannover. Sie war nach dem Geschichts- und Germanistikstudium Lehrerin an verschiedenen Schulen. Seit einigen Jahren arbeitet sie freiberuflich als Autorin von Kriminalromanen und Kurzkrimis aus dem niedersächsischen Kleinstadtmilieu.
Seit 2014 hat sie ihre mörderischen Ermittlungen nach Neuharlingersiel verlegt. Zusammen mit Christiane Franke startete sie eine heitere Krimi-Reihe im Rowohlt Verlag – Krabbenbrot und Seemannstod (2014), Der letzte Heuler (2015) und Miss Wattenmeer singt nicht mehr (2016), Mörderjagd mit Inselblick (2017) und Muscheln, Mord und Meeresrauschen (2018), Zum Teufel mit den fiesen Friesen (2019), von denen die letzten drei Bände es bis in die Spiegelbestsellerliste schafften. Im März 2020 erscheint: Krabbenkuss mit Schuss
Sie ist Herausgeberin von Anthologien in verschiedenen Verlagen ( wie: Mord macht hungrig, 2016, Rowohlt). Sie hat das Krimifest Hannover aus der Taufe gehoben und mehrere Jahre organisiert.
Im Sammelband für die Criminale ist sie mit dem Kurzkrimi „Das letzte Spiel“ (Rund um Hannover 96) vertreten.

In dem Buch 111 Orte in Hannover, die Sie gesehen haben sollten und 111 Orte rund um Hannover, die man gesehen haben sollte (Emons Verlag), zeigt sie Superlative und geheime Schätze ihrer Heimatstadt. Außerdem hat sie auch 111 Orte für Kinder in und um Hannover (Emons Verlag) in Szene gesetzt.

Mehr Infos unter: www.corneliakuhnert.de, www.kuestenkrimi.de

 

Empfehlung der Woche

Miss Wattenmeer singt nicht mehr ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 9. Mai 2016.

Kritikerstimmen

Endlich ein neues, originelles Ermittlerteam an der Küste!
Klaus-Peter Wolf

Wer geglaubt hat, dass er Ostfriesland kennt, der wird hier eines Besseren belehrt – und das mit einer saftigen Portion Spannung und vor allem Humor, dem manch einer den knorrigen Charakteren am Nordseestrand nicht zutraut, was aber einmal mehr beweist: Friesland singt nicht nur, es lacht auch!
Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin

Diejenigen, die Ostfriesland lieben, und alle, die dort noch nie gefroren haben, werden von diesem Trio so begeistert sein wie ich!
Gisa Pauly

Morden im Norden: spannend und witzig und vor allem mit viel Herz erzählt.
Reinhard Jahn, WDR

Fünf Fragen an Cornelia Kuhnert und Christiane Franke

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Einzeln meucheln wir am Schreibtisch seit über zehn Jahren, zusammen  morden und ermitteln wir seit 2012.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Auf unser gemeinsames Konto gehen bislang erst fünf Leichen. Die zig anderen lassen wir heute lieber im Keller liegen und decken den Mantel des Schweigens darüber.

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?
Ja, hatten wir denn wirklich eine Wahl? Ist es nicht eher so, dass das Verbrechen in der Luft liegt und nur darauf wartet, entdeckt zu werden?

Was ist Ihre Lieblingstatwaffe?
Der Stift und die Hinterhältigkeit und ersatzweise der Fischtöter.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Wir können halt nur morden und sonst gar nichts ... Sonst würden sich Rudi, Henner und Rosa in Neuharlingersiel ja langweilen.

Leseprobe

Rudolf Hieronymus Bakker, kurz Rudi genannt und seines Zeichens Dorfpolizist in Esens und Neuharlingersiel, lümmelt auf dem Beifahrersitz und beißt herzhaft in die Bratwurst, die er sich auf der Festwiese in Greetsiel gekauft hat. „Hmm ... lecker.“ Ketchup läuft ihm über das Kinn.
„Papa!“
„Nun hör mal auf. Bloß weil du unter die Vegetarier gegangen bist, werde ich doch wohl noch essen können, was mir schmeckt.“
Sven grummelt etwas sitzt hinter dem Lenkrad, ist dann aber still und sie gondeln in Rudis alter Ente gemütlich nach Neuharlingersiel zurück. Henner, Rudis bester Freund seit Kindesbeinen und der Postbote des Ortes, sitzt auf der Rückbank. Er hat seine Bratwurst bereits verputzt und gönnt sich zum Runterspülen ein Ostfriesenbräu. Neidisch hört Rudi das Ploppen des Verschlusses. Er selbst darf erst zu Hause ein Bierchen zischen, für elterliche Begleitfahrer gilt die Nullkommanull-Grenze.
„Das haben wir dieses Jahr echt super gedeichselt!“, sagt Rudi und ist immer noch wild begeistert von ihrer Leistung beim Schlickschlittenrennen.
„Wir sind förmlich übers Watt geflogen!“, jubelt Sven, während Henner nur ein einsilbiges „Jo“ von sich gibt.
„Und das, obwohl wir nicht geübt haben.“ Sven kann seine Begeisterung überhaupt nicht bremsen.
„Übt ja keiner.“ Henner bleibt weiter einsilbig. Rudi weiß, dass sein Freund das Schaukeln im Fonds der Ente nicht gut verträgt. Aber es nützt nichts, Sven muss Fahrpraxis kriegen. Auch wenn Henners Magen rebelliert.
In diesem Moment ertönt die Fanfare von Rudis Handy. Unwillig zieht er sein Telefon aus der Tasche.
„Bakker.“
„Hier ist Reent“, hört er die atemlose Stimme seines Teamkollegen vom Schlickschlittenrennen.
„Na, was hat deine Frau gesagt?“, röhrt Rudi fröhlich in den Hörer. „Sie ist ja jetzt mit einem Fast-Wältmeister verheiratet. Da ist sie bestimmt bannig stolz!“
„Rudi … ich … hab Aleke im Fischbecken gefunden.“ Entsetzen schwingt in Reents Stimme mit. „Sie trieb zwischen den Stören. Nur im BH.“
Rudi runzelt die Stirn. „Warum geht Aleke denn halbnackt ins Becken?“
„Aleke … sie ist tot“, stammelt Reent.
Augenblicklich entgleisen Rudi alle Gesichtszüge. „Ach du Scheibenkleister!“
„Ich hab sie rausgezogen. Aber zu spät.“ Reent wird mit jedem Wort leiser.
„Scheiße.“ Rudi ist fassungslos. „Reent, bist du sicher? Ruf lieber noch den Arzt.“
„Rudi … sie lebt nicht mehr.“
„Gut. Ich meine, nicht gut. Besser, ich informiere die Kollegen in Wittmund. Lass alles so, wie es ist. Ich bin gleich da.“ Aus dem Handschuhfach holt er das Polizeiblinklicht, klappt das Fenster der Ente hoch, setzt das Blaulicht auf das Rolldach und hält es fest. Der Magnet hält ja nicht auf dem Stoff. „Gib Gas, Sven. Wir sind im Einsatz.“
Das lässt sich sein Sohn nicht zweimal sagen.