Schmelzpunkt

Schmelzpunkt

Rowohlt Taschenbuch Verlag

Taschenbuch
1. Auflage, Mai 2022
sofort lieferbar
ISBN 9783499008627
17,– € [D], 17,50 € [A]
     
Die Arktis schmilzt. Und es geht rasend schnell. Als der junge Inuk Nanoq Egede zahllose qualvoll verendete Tiere im Eis findet, ist er fassungslos. Die deutsche Wissenschaftlerin Dr. Hanna Jordan bestätigt: Diese Tiere sind nicht auf natürliche Weise gestorben. Nanoqs Volk ist in größter Gefahr. Denn es steht eine Katastrophe bevor, die alles bisher Befürchtete übertrifft.
Wolf Harlander

Wolf Harlander

Wolf Harlander, geboren 1958 in Nürnberg, studierte Journalistik, Politik und Volkswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach einem Volontariat bei einer Tageszeitung und der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule arbeitete er für Tageszeitungen, Radio, Fernsehen und als Redakteur der Wirtschaftsmagazine Capital und Wirtschaftswoche. Er lebt heute als Autor in München. Sein aktueller Thriller "42 Grad" war monatelang in der SPIEGEL-Bestseller-Liste.

Ein Interview mit dem Autor Wolf Harlander

Am Nordpol scheinen sich alle großen Weltkonflikte zu ballen: Klimakatastrophe, Militarisierung des Nordmeers, politische Konfrontation der Großmächte im Kampf um wertvolle Rohstoffe, atomare Verseuchung. Als Du für den Thriller zu recherchieren begannst: War Dir da der ganze Zündstoff bewusst, der zwischen Grönland und dem Eismeer buchstäblich im Boden, im Meer, im Eis liegt?

Harlander: Ich bin anfangs etwas blauäugig in die Recherchearbeit eingestiegen und war selbst überrascht, wie komplex und verwoben sich das Thema Arktis darstellt. Mit jedem Tag fand ich neue Aspekte – sei es zum Thema Erderwärmung, die sich am Nordpol wie nirgendwo sonst bemerkbar macht, sei es der Kampf um Rohstoffe oder der Drang zur militärischen Vorherrschaft. Gerade Russland hat die Arktis zu seinem Territorium erklärt und dort – weitgehend unbemerkt – eine erschreckend große Streitmacht etabliert.

In Deinem Roman tauchen eine Menge Akteure auf: russische Bergbaufirmen, chinesische Logistikunternehmen, multinationale Wissenschaftlerteams, Klima-Forscher und Forscherinnen des Alfred-Wegener-Instituts, die dänische Regierung, norwegische Konsortien, tschetschenische Söldner, Soldaten der Thule Air Base, CIA, BND ...  Hattest Du keine Sorgen, dass Leserinnen und Leser über die Strecke von 500 Seiten nicht komplett den Überblick verlieren?

Harlander: Die Hauptfiguren und die wichtigsten Nebenfiguren bleiben den ganzen Roman über gleich – nur die Schauplätze wechseln. Zudem sind die einzelnen Kapitel kurz gehalten. Das macht es für Leserinnen und Leser zu einem kurzweiligen Lesevergnügen – und die Spannung kommt dabei natürlich auch nicht zu kurz. 

Du beschreibst sehr intensiv das Leben der Inuit: ihren Alltag, ihre Sprache, die sozialen Probleme. Was hat Dich daran fasziniert?

Harlander: Gerade die Jahrtausende alte Kultur der Inuit hat mich ungemein gepackt – eine indigene Volksgruppe, über viele Jahrhunderte weitgehend abgeschottet von der übrigen Welt, das ist schon etwas Besonderes. Deshalb bin ich bei dem Thema besonders tief in die Recherche eingestiegen. Keine andere Volksgruppe auf unserem Planeten hat es geschafft, in solch lebensfeindlicher Umgebung – gefühlt ewig – zu existieren. Das ist eine unglaubliche Leistung.

Während andere Thrillerautoren sich mit Serienmördern, Geheimdienstintrigen oder Ghettogewalt befassen, stehen in Deinen jüngsten Romanen («42 Grad», «Schmelzpunkt»), dramatische Konflikte im Fokus, die mit dem Klimawandel einhergehen. Kannst du mit dem Etikett «grüner Thriller» etwas anfangen?

Harlander: Ein Thriller sollte vor allem erst einmal spannend bis zum Schluss sein und dabei lebensechte Figuren in ein aufregendes Abenteuer schicken. Das Thema Klima steckt dabei die Rahmenbedingungen der Handlung ab und weist auf neue Aspekte, die uns alle betreffen. Aber der „Thrill“ steckt im Mittelpunkt.