Langeooger Dampfer
Peter Gerdes

Langeooger Dampfer

Juni 2020
sofort lieferbar
ISBN 9783839226667
13,– € [D]
     

Kurz vor den ersten Langeooger Dampfertagen wird Robin Seefeld, Umweltaktivist und Onlinehändler, brutal ermordet. Wenig später stirbt Karl Antes, sein Partner im E-Zigaretten-Geschäft, an Bord des Dampfers »Prinz Heinrich«. Die Mordmethode ist identisch. Journalist Marian Godehau stößt bei seinen Recherchen auf eine Gruppe von Identitären, die sich auf Langeoog niedergelassen hat. Dabei kommt er Hauptkommissar Stahnke in die Quere. Ihre alte Rivalität flammt wieder auf. Und nicht nur die …

Peter Gerdes

Peter Gerdes

geboren 1955 in Emden, lebt in Leer (Ostfriesland). Studium der Germanistik und Anglistik, anschließend als Journalist und Lehrer tätig. Literarische Anfänge Ende der 70er Jahre; schreibt seit 1995 vor allem Kriminalliteratur und betätigt sich als Herausgeber. Seit 1999 Leiter der Ostfriesischen Krimitage.
Kriminalromane: Ein anderes Blatt; Thors Hammer; Ebbe und Blut; Der Tod läuft mit; Fürchte die Dunkelheit; Solo für Sopran (auch als Hörbuch); Der siebte Schlüssel (2007); Sand und Asche (2009); Wut und Wellen (2010); Zorn und Zärtlichkeit (2011, alle als Leda-TB und Leda-E-Book erhältlich). Storybände: Das Mordsschiff (vergriffen); Stahnke und der Spökenkieker; Kurz und schmerzlos (2011). Zahlreiche Anthologie-Beiträge und Herausgaben, v.a. "Mordkompott"-Reihe.

Langeooger Dampfer ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATS-Redaktion

vom 27. Juli - 6. August 2020

Rezensionen

"Nordlicht Gerdes sorgt mit dem sezierenden Blick für die Raffinessen von Mord und Totschlag,
für mörderischen Witz und spannende Unterhaltung."
 
Süddeutsche Zeitung Starnberg

"Gerdes schreibt Krimis, wie man sie sich schöner nicht wünschen kann. Sehr spannend, schlüssig,
wunderbar formuliert und immer humorvoll."

Dorothea Baumm, Lübecker Nachrichten

Einige Fragen der SYNDIKATs-Redaktion an Peter Gerdes

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause. Von dort wandern meine Gedanken ungehindert und grenzenlos.

Welches ist dein Lieblingskrimi?

„Die Terroristen“ von Sjöwall/Wahlöö

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Natürlich Heike Gerdes

Warum bist du im SYNDIKAT?

Zusammen sind wir stark. Außerdem habe ich noch nirgendwo so viele tolle Leute
auf einem Haufen getroffen wie dort.

Dein Lieblingswort?

Ja. 

Dein Sehnsuchtsort?

Am Wasser.

Dein Lieblingsgetränk?

Ostfriesentee – tagsüber.

Dein Lieblingsmord?

Die gefrorene Hammelkeule von Roald Dahl.

Wo findest du Ruhe?

Im Gewusel meiner Familie.

Wo Aufregung?

CRIMINALE!

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Können Sie vom Schreiben leben? (Natürlich kann ich das. Das mit dem Geld ist eine andere Sache.)

Leseprobe

 

1.

„He, nein! Hör auf, ich bitte dich. Nein, Schluss jetzt. Lass das!“

Sie schlug seine Hand beiseite. Es war mehr ein Klaps als ein Schlag. Sie wollte ja nicht,
dass er es wirklich sein ließ … nein, ganz und gar nicht. Nur eben jetzt und hier, da
passte es nicht.

Schon wieder waren seine Hände überall. Verdammt wie viele Hände hatte denn so ein Mann?
Sie lachte kehlig. „Lass das, hab ich gesagt! Guck doch, die ganzen Leute.“

„Na und? Lass sie doch gucken, die ganzen Leute.“  Seine Pranken lagen jetzt auf ihren Hüften,
tasteten durch das locker geschlungene Seidentuch nach dem Gummibund ihres Bikinihöschens
und zogen sie gleichzeitig näher an sich heran. Regte sich da etwa schon was in seinen
Badeshorts?
Der Bursche hatte auch überhaupt kein Timing!

Von oben stießen seine gespitzten Lippen herab wie der Schnabel einer Raubmöwe. Geschickt
bog sie sich rückwärts, ließ ihn ins Leere schmatzen. „Echt jetzt mal. Doch nicht hier!“

(…)

Der Osthimmel, auf den sie zugingen, war fast vollkommen dunkel; kein Mond, und
aufziehende Wolken verhüllten mehr und mehr Sterne. Sie orientierten sich am Glitzern
des Brandungssaums und an den tiefschwarzen Kernschatten der Dünen. Dann tauchten
ebenso schwarze, bizarre Monster vor ihnen auf. Ehe sie noch erschrecken konnte, lief sie
in eine weiche Sperre aus Flatterband.

„Ab hier ist Baustelle“, sagte der Mann, die Stimme unwillkürlich gedämpft. „Das da sind
Baumaschinen. Komisch, so etwas auf einer autofreien Insel.“

Sie hob das Absperrband, lenkte ihn zum Fuß der Dünen. „Siehst du“, hauchte sie,
„kein Mensch hier.“
Sie schob und drehte ihn sich zurecht, ließ ihre Finger über seine Muskeln wandern.
Die Vorfreude ließ sie nach Luft schnappen.

Auch seine Hände waren wieder da, waren überall. Weg war das Tuch, das sie sich
umgeschlungen hatte, um ihre Beine vor der Sonne zu schützen, weg war ihr Top.
Und im nächsten Moment auch ihr Bikini.
Himmel, wie viele Hände hatte dieser Mann?

Sie ließ sich in den Sand sinken, der so weich war wie vermutet, ahnte den Mann mehr
über sich, als dass sie ihn sah. Wieder waren seine Hände überall. Oh, er kannte sich aus,
er wusste, wie das ging!

Aber nein. So ging das nicht, das war zu schnell, das war noch nicht dran. Und außerdem –
warum so kalt?

„Lass das!“, zischte sie. „Nimm deine Hand da weg!“

„Was? Wieso?“ Er verharrte, die eine Hand auf ihrem Bauch, die andere an ihrer linken Brust.

Und die dritte, die eiskalte, an der Innenseite ihres Oberschenkels.

Verdammt, wie viele Hände …

Ihr schriller Schrei hallte von den Dünen wider. Er wollte kein Ende nehmen.