Am 30.04.2015 werden auf der großen Gala des Syndikats in Büsum die Preisträger für den Friedrich Glauser-Preis bekannt gegeben.

Hier schonmal zum Warmlesen die fünf Bücher, die in der Sparte “Krimi” 2015 nominiert wurden:   Michael Böhm Mechtild Borrmann »Die andere Hälfte der Hoffnung« (Drömer) Menschenhandel, Zwangsprostitution und ein Leben vor und nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – diese Themen, sowie die damit einhergehenden Ängste und Hoffnungen ihrer Protagonisten verbindet Mechtild Borrmann meisterhaft in einer klaren und gleichzeitig zutiefst berührenden Sprache. Ein Buch, das den Leser in seinen Bann zieht und die handelnden und tragischerweise manchmal auch nicht-handelnden Personen plastisch aus den Seiten hervortreten lässt. …………………………………………………………………………………………………………………………………………… Kai Hensel »Sonnentau« (Frankfurter Verlagsanstalt) Eine Frau auf der Suche nach der Wahrheit über den tödlichen Unfall ihrer Freundin; ein Fotograf, der eine Politikerin begleitet, die ihren Wurzeln nachspürt – dies sind nur einige der Personen, die in Haiti mehr finden, als sie gesucht haben, denn das Land leidet noch immer unter den Folgen des Erdbebens von 2010. Gleichzeitig bietet die daraus resultierende unvorstellbare Armut willkommenen Anlass für große Geschäfte und politische Winkelzüge. All dies lässt Kai Hensel mit viel Leidenschaft vor den Augen der Leser entstehen. ……………………………………………………………………………………………………………………………………………. Sabine KornbichlerTom Hillenbrand »Drohnenland« (KiWi) Einige Jahrzehnte in der Zukunft. Kommissar Westerhuizen ermittelt in „Drohnenland“: einem Europa, das mittlerweile zum Überwachungsstaat mutiert ist. Einfallsreich, lässig und mit grimmigem Humor entwirft Tom Hillenbrand eine erschreckend schlüssige Dystopie, die aktuelle Entwicklungen konsequent fies zu Ende denkt. ……………………………………………………………………………………………………………………………………………. Nathan Beck (c) Diogenes Verlag Stephan Kaluza »30 Keller« (Frankfurter Verlagsanstalt) »30 Keller« ist ein Kammerspiel von Stephan Kaluza - gleichzeitig ein Parforceritt durch das Finanzsystem sowie eine Parabel auf unsere aus den Fugen geratene Welt. Ein geldbesessener Multimillardär wird entführt und irgendwo in einen Keller gesperrt. In der raffinierten Auflösung ist seine Erlösung nicht vorgesehen. 30 Keller ist ein packender, tiefgründiger Psychothriller und zugleich ein moderner Totentanz. …………………………………………………………………………………………………………………………………………… Till Raether »Treibland« (Rowohlt) In »Treibland« von Till Räther wird ein Kreuzfahrtschiff unter panamesischer Flagge im Hafen von Hamburg zur Furcht einflößenden Quarantänefalle für 1500 Kreuzfahrer und einen Kommissar, der an Bord eigentlich nur in einem Todesfall ermitteln will. Räther gelingt mit großem sprachlichen Können und kenntnisreicher Recherche der Spagat zwischen düsterer Beklemmung angesichts einer drohenden Epidemie und unterhaltsamem Pointenreichtum.