Kirche kann tödlich sein

München und Wien: Eine Serie brutaler Morde an katholischen Geistlichen schockiert die Öffentlichkeit. Die Opfer werden auf grausame Weise gefoltert und getötet. Am Tatort werden mysteriöse Hinweise gefunden, die jedoch niemand entschlüsseln kann. Kriminalbeamtin Jutta Stern und ihr Partner Thomas Neumann stehen vor einem Rätsel. Was hat die Opfer verbunden? Was treibt den Mörder an? Bei ihren Ermittlungen stößt Jutta auf eine Mauer aus Angst und Schweigen - doch dann entdeckt sie eine Spur, die weit in die Vergangenheit zurückreicht ..................................................................................................................................................................................

Jennifer B. Wind ...

... wurde geboren 1973 in Leoben, verheiratet, 2 Töchter, wohnt bei Wien. Die ehemalige Flugbegleiterin mit Klavier-, Gesangs- und Schauspielausbildung schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene (Thriller, Krimis, Fantasy, Mystery), Drehbücher, Theaterstücke, Rezensionen und Kurztexte; zahlreiche Veröffentlichungen von Kurzgeschichten, Rezensionen, Ratekrimis und Gedichten in Literaturzeitschriften, Zeitungen, Anthologien und Magazinen; (deutsch und englisch); Ihr Debüt-Thriller „Als Gott schlief“ erschien im Mai 2014 und war 4 Monate lang in den Top 10 der Thalia Krimi-Charts in AUT, D und CH

Jennifer B. Wind

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden? Das Dunkle und Abgründige hat mich schon immer fasziniert. Schon als Kind habe ich lieber Horror- und Gruselgeschichten gelesen als lustige Schul-, Pferde- oder Internatsromane, die bei meinen Freundinnen in waren. Da war es zum Krimi nicht mehr weit. Und jetzt hab ich sogar einen Mann geheiratet, der das Verbrechen bekämpft. Das schafft einen guten Gegenpol, denke ich, aber auf jeden Fall viele interessante Diskussionen. Was ist Ihre Lieblingstatwaffe? Außergewöhnliche Waffen, keine alltäglichen, sondern gebastelte oder interessante antike und mittelalterliche Waffen und Folterinstrumente. In meinem Thriller habe ich etwas Neues erfunden, jedenfalls habe ich eine derartige Tötungsmethode noch in keinem anderen Roman gelesen, natürlich kenn ich nicht alle Romane... Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Ein grausames Kindheitstrauma, wie bei fast allen Serienmördern. Aber man darf sich freuen, dass ich meine Mordgelüste nur auf Papier auslebe. Das ist sicher der friedlichste Weg. Würden alle Menschen nur zu fiktiven Waffen greifen, wäre die Erde ein besserer Ort. ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Meine Hände rutschten zum wiederholten Male von der Wand ab. Ich pochte gegen die Tür, die sich Sekunden vorher geschlossen hatte. Ich wollte schreien: Lasst mich heraus! Das Übliche geschah: Mein Mund öffnete sich zwar, aber aus meiner Kehle kam kein Laut. Der Gestank nach Urin und Kot war mir vertraut. Hier war ich schon einmal gewesen. Neben mir wimmerte jemand. Sybille? »Geht weg«, wisperte es neben mir. Etwas fiepte, schnupperte, scharrte und knabberte an meinem Zeh. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Ratten! Sanftes Licht fiel durch ein kleines Fenster. Zusammengekauert saß Lissi im Eck des Kellerlochs und zuckte. Mit den dünnen Ärmchen umschlang sie ihre nackten Schenkel. »Er wird kommen«, wisperte sie und schlug den Hinterkopf rhythmisch gegen die Wand. »Er wird kommen.« Ich kniete mich vor sie und berührte ihre Beine. Sie zuckte zusammen und starrte mich an – nein, durch mich hindurch. Ihr Blick war völlig leer. Ihre Schenkel waren blutverschmiert, das dünne Hemdchen stank nach Kotze. »Er wird kommen.« Immer das Gleiche. Wer wird kommen?, hätte ich sie gern gefragt. Wann wird er kommen und warum? »Lauf weg!« Ja, aber wohin? Lissi kicherte hysterisch.   * * *Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>