Opus Dei im Münsterland

Brave Ehemänner flüchten plötzlich in umliegende Klöster im Münsterland, um Mönche zu werden, während einige der verlassenen Ehefrauen als Leiche in der Badewanne auftauchen und der geheimnisvolle Orden Opus Dei dem ermittelnden Hauptkommissar Delbrock Kummer und Sorgen bereitet...
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Sabine Schulze Gronover ...

... wurde 1969 in Hamm-Heessen geboren, nach dem Abitur Studium an der Westf. Wilhelmsuniversität (Diplom-Pädagogik und Kunsttherapie). Seit 1993 arbeitet sie in der LWL-Klinik Münster, sowie seit 2010 zusätzlich stundenweise auf der Palliativstation des St. Josef-Krankenhauses in Hamm. Von 2004 bis 2006 Autorenlehrgang bei ILS, Institut für Lernsysteme in Hamburg – seitdem weiß sie zumindest, warum ihr manche Bücher nicht gefallen und andere sehr... Sie lebt in Drensteinfurt, ist verheiratet und hat eine Tochter. Mehr über Sabine Schulze Gronover ................................................................................................................................................................................

Sabine Schulze Gronover

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden? Nein, nein, das Verbrechen ist zu mir gekommen, ständig stehen neue dubiose Typen vor meiner inneren Tür. Was ist Ihre Lieblingstatwaffe? Der Zufall und die Ironie. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Wenig. Ich fürchte, ich bin auch kaum resozialisierbar. Ein kleiner Blutfleck irgendwo, ein fieses Lachen in der Menge und die Phantasie treibt mich in die verführerischen Hände der Verbrecher. ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Bestimmt war ihr Name schuld. Rafaela. Wer nannte sein Kind schon Rafaela? Es sei denn, man mochte Putten, diese pausbäckigen Kindsengel. Sie sah ja auch ein wenig so aus, fand Rafaela. Sie hatte ein paar Pfund zu viel, und ihr Gesicht wollte seine kindlich runde Form nicht verlieren. Jetzt, mit Ende dreißig, brauchte sie auf aristokratisch edle Züge nicht mehr zu hoffen. Da halfen auch die Beteuerungen ihres Freundes nicht, dass sie mit ihrem vollen, frischen Gesicht und der kleinen Stupsnase so niedlich aussehe. Zumal Marcel, ihr bester Freund, schwul war. Ursprünglich hatte Marcel, sie war sich sicher, dass er eigentlich Markus hieß, sich in ihren Exmann Andreas verguckt. Damals hatte Andreas häufig in dem Bistro gegessen, das Marcel, ein guter Koch und netter Charmeur, mit einigem Erfolg leitete. Es befand sich in der Nähe seines Büros. Ihr Mann Andreas war des Öfteren mit seinem Geschäftspartner dorthin gegangen, meistens in der Mittagspause. Oft hatte er aber auch allein im Bistro gesessen. Die beiden Männer hatten sich angefreundet. Allerdings machte Marcel immer einen Schmollmund, wenn er über die Art ihrer Freundschaft sprach. Andreas war nämlich keineswegs schwul. Rafaela hatte ihn aus anderen Gründen verloren. Andreas und sie besaßen eine nette Eigentumswohnung am Rande von Münster, sie hatten eine entzückende Tochter, kannten sich seit siebzehn Jahren, und dennoch hatte ihr Mann eines sonnigen Morgens verkündet: »Ich gehe ins Kloster und werde Mönch.« * * *Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>