Freundschaft, Loyalität, Mut und der Wunsch, glücklich zu sein

Ein Jugendthriller: Nova liegt reglos auf dem Boden, ihre Augen starren ins Leere. Was ist in dieser Nacht passiert? Die einzigen Zeugen schweigen und Nova kann ihre Geschichte nicht erzählen, weil sie seither im Koma liegt. Doch Daniel ahnt, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss. Zusammen mit Novas bester Freundin Jessi macht er sich auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit. Leserstimme: "Die Jugendbuchautorin Anna Schneider spielt eine nicht unbedeutende Rolle in meinem Leben. Nämlich die der Frau, die mit ihren Büchern mein Kind zum Lesen verführte (…). Danke, Frau Schneider, Sie haben aus mir eine sehr glückliche Mutter und, was noch viel großartiger ist, aus meiner Tochter eine glückliche Leserin gemacht." Julia Karnick auf der Facebook-Fanpage der Autorin. ................................................................................................................................................................................ Anna Schneider wurde in Bergneustadt im Oberbergischen Land geboren und lebt heute mit ihrer Familie in der Nähe von München. Die promovierte Betriebswirtin arbeitete viele Jahre bei einer Frankfurter Großbank im Bereich Personal und war außerdem als Dozentin und Coach tätig. Ihr Kurzkrimi „Wer zuletzt lacht“ gewann 2008 den ersten Preis des Women´s Edition Kurzgeschichten-Wettbewerbes. 2013 gewann sie das Stipendium "Tatort Töwerland". Neben Kurzgeschichten hat Anna Schneider zwei Jugendthriller veröffentlicht. Derzeit arbeitet die Autorin an verschiedenen Projekten für Jugendliche und Erwachsene. Mehr über Anna Schneider. ................................................................................................................................................................................

Anna Schneider im Verhör

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? In meinen besten Jahren. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Raub, Drogen, Mord - alles dabei. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Die Leidenschaft trieb mich zu meinen Taten. ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Es sollte die Party des Jahres werden. Tobi ahnte, dass sich diese Ankündigung soeben in völlig absurder Weise erfüllt hatte. Ganz deutlich spürte er noch das Kribbeln auf seiner Haut. Wenige Sekunden zuvor hatte er seine Lippen gierig auf die von Nova gepresst. Seine Hände waren über ihren zarten Körper geglitten, schnell, immer schneller. Er war verrückt danach gewesen, sie endlich zu berühren, überall. Sie hatte nicht richtig mitgemacht, was ihn zwar kurz irritierte, aber nicht ausgereicht hatte, ihn zu stoppen. Sie war einfach zu schön, zu wild, zu sexy. Wer wusste schon, wann eine solche Gelegenheit wiederkam. Gewehrt hatte sie sich jedenfalls nicht. Nun lag Nova mit seltsam verdrehten Gliedern vor ihm auf dem Boden, mit weit aufgerissenen Augen, den Unterkiefer heruntergeklappt, und erinnerte ihn fatal an eine leblose, hölzerne Marionette. Immer noch pochte das Blut dumpf in seinem Unterleib. Verdammt, verdammt, verdammt! Warum rührte sie sich nicht mehr? Verlegen nestelte er an seiner Hose herum, starrte dabei weiter auf ihren Körper, der in diesem Moment zu vibrieren begann, so als würde er von Krämpfen geschüttelt. Sie blinzelte. Oder bildete er sich das nur ein? »Tobi, verdammte Scheiße! Was hast du gemacht?« Felix’ Stimme drang seltsam schrill von weit her an sein Ohr. »Gar nichts«, wollte er sagen, aber es kam kein Ton über seine Lippen, die immer noch feucht waren. Er schmeckte sie noch. Rasch wischte er sich über den Mund, so als könnte er mit dieser Geste die letzten Minuten ungeschehen machen. Verdammt, Nova hatte das doch gewollt, es den ganzen Abend herausgefordert. Derb angemacht hatte sie ihn und seine Kumpels. War doch logisch, dass sie darauf angesprungen waren. »Wir müssen hier weg«, vernahm er die feste Stimme von Magnus. Tobi schaute zu ihm rüber. Auch Magnus’ Blick war auf das Mädchen auf dem Boden gerichtet. Magnus war absolut straight, dafür hatte Tobi ihn schon immer bewundert. So auch jetzt. Genau in dieser Sekunde wurde Tobi eines klar: ALLES hatte sich geändert, als das Mädchen sein Bewusstsein verlor. Das hier veränderte nicht nur diesen Abend, diese blöde Party. Es ging um sein Leben, seine Zukunft. Sie mussten eine Entscheidung treffen. Und zwar schnell, bevor die anderen Partygäste bemerkten, was geschehen war. Voller Panik sah er um sich. Zum Glück waren sie noch immer alleine hier im Garten.
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