Konzertierte Spannung – von Auftakt bis zum Ausklang

Als die gefeierte Stargeigerin Mara Thorn mitten im Konzert vom Tod ihres Managers erfährt, gerät ihre Welt ins Wanken. Was wollte ihr John S. Gritti vor seinem Unfall mitteilen? Hat sein Tod etwas mit der geheimnisvollen schwarzen Violine zu tun, die Mara vor Jahren von einem Unbekannten geschenkt bekam und der sie den Namen „Tamara“ gegeben hat? In dem jungen Wiener Antiquar Jakob Lechner glaubt sie einen Verbündeten zu finden. Doch schon bald weiß sie nicht mehr, wer wirklich auf ihrer Seite steht. Mara sieht sich im Fadenkreuz einer mysteriösen „Orphischen Gesellschaft“, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit zurückreichen … "Die Orpheus-Prophezeigung (…) ist ein Musik-Thriller auf den Spuren von Dan Brown – eine Jagd durch die Metropolen Berlin und Wien auf der Suche nach einem uralten Geheimnis. Und mit einer Heldin, die in ihrer zupackenden, bodenständigen Art in ihren Bann zieht." Reinhard Jahn, Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung. ................................................................................................................................................................................ Oliver Buslau wurde 1962 in Gießen geboren. Er wuchs in Koblenz auf und studierte in Köln und Wien Musikwissenschaften und Germanistik. Heute lebt er zusammen mit seiner Frau als freier Autor, Redakteur und Journalist in Bergisch Gladbach. Eine große Fangemeinde haben seine Regionalkrimis aus dem bergischen Land um Privatdetektiv Remigius Rott. Darüber hinaus ist Oliver Buslau Chefredakteur der Literaturzeitschrift TextArt. Mehr über Oliver Buslau. ................................................................................................................................................................................

Oliver Buslau im Verhör

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Mein erster Krimi entstand 1999 und erschien im Jahr darauf: "Die Tote vom Johannisberg" – der erste Fall einer Serie um den Wuppertaler Privatdetektiv Remigius Rott. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Neben bisher 17 Krimis in Romanlänge schreibe ich seit Jahren wöchentlich Kurzkrimis für Zeitschriften (zum Beispiel TVKlar) und Anthologien. Da kommt sehr viel zusammen. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Nichts. Wieso auch? Die Leser, ständig neue Krimis wollen, verteidigen sich ja auch nicht ... ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Mara genoss eine Weile die Stille. Dann wandte sie sich ab. Neben dem eingebauten Hotelschreibtisch mit dem Fernseher lag ihr Geigenkasten. Sie nahm ihn, legte ihn auf das Bett und öffnete die Schnappverschlüsse. Eingefasst in grünen Samt lag Tamara da – die Violine, die Mara stets begleitete. Der Lack der Geige glänzte. Das Holz war sehr dunkel. Tiefschwarz, als sei das Instrument einmal Feuer ausgesetzt gewesen, oder der Geigenbauer habe es mit Flammen gebeizt. Einzig der Steg war hell – das geschwungene, dünne Holzstück, über das die Saiten liefen. Mara hatte ein wenig darüber nachgeforscht, woher die dunkle Färbung kam. Ob es Instrumentenmacher gab, die mit schwarzen Lacken arbeiteten. Aber sie hatte nichts herausfinden können, und sie hatte entschieden, dass es vielleicht besser war, nicht alle Geheimnisse des Instruments zu lüften. Denn Tamara war ein Geschenk. Mit ihr hatte Maras Laufbahn begonnen. Mit ihr war sie erst eine wirkliche Musikerin geworden. Es war wie die Liebe zu einem faszinierenden Unbekannten. Sie nahm Tamara heraus, hielt sie in das Licht und blickte durch eines der F-Löcher in das dunkle Innere. Die graue Helligkeit beleuchtete das Zeichen. Eingebrannt in das Holz, das auf der Innenseite hell und unlackiert war. Aber war das überhaupt das, für das es Mara hielt – und dieser Journalist von eben auch? War es eine bewusst angebrachte Markierung? Oder nur eine Unregelmäßigkeit im Holz? Die Punkte lagen wie die Ecken eines Fünfecks zueinander, ein weiterer befand sich ein paar Millimeter außerhalb. Eigentlich war es nichts – wenn diese Punkte nicht in derselben Größe und in denselben Proportionen noch an einer anderen Stelle vorgekommen wären … Mara betrachtete sie wie schon so oft zuvor, dann legte sie die Geige hin und ging ins Bad. Vor dem Spiegel drehte sie sich um und schob den Kragenrand ihres schwarzen T-Shirts zur Seite, sodass die Schulter frei lag. Sie konnte in dieser Position nur aus den Augenwinkeln nach hinten sehen, aber das, was sich auf ihrer Schulter befand, war deutlich zu erkennen: dasselbe Muster. Diesmal in Form von Leberflecken. * * * Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>