Vorsicht, Liebesbetrüger!

Mia Magaloff ermittelt in eigener Sache. Auf der Traumpartner-Seite im Internet sucht sie nach einem Mann, der wirklich zu ihr passt. Treu, witzig und weltoffen soll er sein – wie Leo von Stein. Vor dem ersten Treffen erhält Mia eine Warnung: In diesem Forum sollen sich auch Romance-Scammer herumtreiben. Diese Liebesbetrüger schwören ewige Liebe, doch sie treiben ihre Opfer in den finanziellen Ruin, manchmal sogar in den Tod. ................................................................................................................................................................................ Ingrid Schmitz, geboren 1955 in Düsseldorf, ist seit 2000 hauptberuflich Schriftstellerin. Sie hat rund 50 Krimikurzgeschichten veröffentlicht und 15 Kriminal-Anthologien herausgegeben. Im Jahr 2006 entstand ihr erster Roman, für den die Autorin ihre Serienfigur Mia Magaloff – Künstlerin und Trödelmarkthändlerin – erfand. Mia Magaloffs dritter Fall spielt nicht nur im realen Leben, sondern auch in der virtuellen Welt des Second Life (R).  2011 erschien die von ihr geschriebene Biographie "Currywurst & Dolce Vita - Didi und Hasi, die Auswanderer vom Gardasee" (bekannt durch VOX Goodbye Deutschland) auf dem (Buch-)Markt. Im Mai 2014 erschien mit "Liebeskiller" der vierte Mia Magaloff-Roman. Mehr über die Autorin. ................................................................................................................................................................................

Ingrid Schmitz im Verhör

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? 2000 kamen die mörderischen Gedanken. Zum Glück hatte ich einen Kugelschreiber und ein Blatt Papier zur Hand. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Ich sage es ungern, weil es so viele sind. Aber na gut. Kurz und schmerzlos: fünfzig. Langfristig vorbereitete: vier. Mit mindestens achtzehn Komplizen: fünfzehn. Mit Akustik: drei. Hinter Glas und zum scrollen: über vierzig. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Ich bin eine harmoniesüchtige und liebeswerte Frau, man darf mich nur nicht reizen und mir Geldscheine zeigen. ................................................................................................................................................................................ Leseprobe
„Leo! Wo bleibt mein Geld?“ Auf meinem Konto, Dunja. Da ist es besser aufgehoben. Ich werde dir nicht mal eben weitere zehntausend überweisen. Du hast genug bekommen.“ „Was? Du lebst wie die Made im Speck - und ich? Ich wohne auf meiner drei Jahre alten Yacht mit abgewetzten Ledersitzen. Das sehe ich nicht ein. Die letzte Champagnerlieferung muss auch noch bezahlt werden. Was ist? Laufen die Geschäfte nicht mehr? Solltest dich auf echten Schmuck spezialisieren. Wer will denn diesen Tinneff, die Strasssteine oder Plastikohrringe überhaupt noch kaufen?“ Leo lachte bitter. „Das kann dir egal sein. Ich lasse mich jedenfalls nicht länger von dir erpressen. Du wirst gefälligst kürzer treten. Oder finde eine bezahlte Tätigkeit. Mach, was du am besten kannst. Du weißt schon was.“ „Was? Ich bin doch keine Nutte. Hör zu, wenn ich das Geld nicht bis Ende des Monats hier in Italien habe, werde ich einen Schnüffler auf dich ansetzen. Der wird gewiss herausfinden, welche illegalen Geschäfte dich in den Knast bringen könnten.“ „Wenn du das machst, sind wir geschiedene Leute.“ „Genau das wäre mein nächster Schritt, und dann kannst du einpacken. Also flott zur Bank und Geld abgeschickt.“ „Dunja, das kannst du nicht … Dunja?“ Er legte auf und sah zu Addi hinüber, der nebenan auf den Monitor starrte. Sein Stellvertreter, Buchhalter und Kaffeekocher hatte durch die offenstehende Tür sicher alles mitbekommen. Leo erhob sich schwer atmend und ging zu ihm. * Addi hatte sich schnell in seine Bücher vertieft, als er Leo auf sich zukommen sah. „Du musst sie umbringen!“ Leo schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. Leo! Wo bleibt mein Geld?“ „Auf meinem Konto, Dunja. Da ist es besser aufgehoben. Ich werde dir nicht mal eben weitere zehntausend überweisen. Du hast genug bekommen.“ „Was? Du lebst wie die Made im Speck - und ich? Ich wohne auf meiner drei Jahre alten Yacht mit abgewetzten Ledersitzen. Das sehe ich nicht ein. Die letzte Champagnerlieferung muss auch noch bezahlt werden. Was ist? Laufen die Geschäfte nicht mehr? Solltest dich auf echten Schmuck spezialisieren. Wer will denn diesen Tinneff, die Strasssteine oder Plastikohrringe überhaupt noch kaufen?“ Leo lachte bitter. „Das kann dir egal sein. Ich lasse mich jedenfalls nicht länger von dir erpressen. Du wirst gefälligst kürzer treten. Oder finde eine bezahlte Tätigkeit. Mach, was du am besten kannst. Du weißt schon was.“ „Was? Ich bin doch keine Nutte. Hör zu, wenn ich das Geld nicht bis Ende des Monats hier in Italien habe, werde ich einen Schnüffler auf dich ansetzen. Der wird gewiss herausfinden, welche illegalen Geschäfte dich in den Knast bringen könnten.“ „Wenn du das machst, sind wir geschiedene Leute.“ „Genau das wäre mein nächster Schritt, und dann kannst du einpacken. Also flott zur Bank und Geld abgeschickt.“ „Dunja, das kannst du nicht … Dunja?“ Er legte auf und sah zu Addi hinüber, der nebenan auf den Monitor starrte. Sein Stellvertreter, Buchhalter und Kaffeekocher hatte durch die offenstehende Tür sicher alles mitbekommen. Leo erhob sich schwer atmend und ging zu ihm. * Addi hatte sich schnell in seine Bücher vertieft, als er Leo auf sich zukommen sah. „Du musst sie umbringen!“ Leo schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
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