Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.
Heute:
GLAUSER Nominierte ROMAN
River Clyde
Suhrkamp Nova
River Clyde (Suhrkamp Nova)
Foto © Gerald von Foris/Suhrkamp Verlag
Im 10. Band der Reihe um die Staatsanwältin Chastity Riley nimmt diese eine Auszeit und reist nach Schottland, um dort ein Erbe anzutreten. Ihr sind die Kategorien des bisherigen Lebens und Empfindens entglitten, und sie ertränkt frühere Traumata im Alkohol. In Hamburg werden derweilen ganze Straßenzüge abgefackelt. Die Kollegen vor Ort üben sich in Arbeitsverweigerung, während Riley mit Geistwesen spricht.
Simone Buchholz evoziert mit wenigen Sätzen ganze Ereignis- und Gefühlslandschaften. Genauso wie sich die Kategorien in Rileys Leben auflösen, löst sich die Kategorie Krimi auf. Die Autorin spielt mit den Erwartungen, sie liefert Puzzle-Teile, aus denen sich ein Bild ergibt, sie setzt sprachliche Akzente messerscharf und lupenrein. »River Clyde« ist eine Metapher für das vergangene Leben: »Der Fluss liegt derweil da wie ein über hundertsiebzig Kilometer langer toter Mann.«