Der Preis in der Sparte "Roman" ist mit 5.000 Euro in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert. Der Preisträger 2018 wird am Samstag, dem 5. Mai 2018 während der 32. CRIMINALE, des Jahrestreffens des SYNDIKATs, in Halle verkündet und geehrt.

Nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis 2018 in der Sparte "Roman":

Schmidt ist totRaoul BiltgenRaoul Biltgen
Schmidt ist tot, Verlag Wortreich

Ungleiche Brüder. Als die Nachricht kommt, dass sein Bruder tot ist, beginnt alles: Schmidt, Patrick reist nach Wien und erfährt von der Polizei, dass sein Bruder ein Waffenhändler und Terrorist gewesen ist und im Gefängnis Selbstmord begangen hat. Schmidt lernt merkwürdige und gefährliche Leute kennen. Sprachlich herausragend, skurriler, lakonischer Stil, kurz und knapp, oft nur ein Wort, das dann aber sitzt. Durchgehend spannend erzählt. Schöne Rückblenden auf das Verhältnis der beiden Brüder.




 


Ihr sollt den Fremden liebenAlfred Bodenheimer von Ayse YavasAlfred Bodenheimer
Ihr sollt den Fremden lieben, Nagel & Kimche

Tod nach Talkshow. Der Moderator stirbt in den Armen von Rabbi Klein. Der Freund des Toten gerät in Verdacht. Der Rabbi soll helfen. Es tauchen eine Muslimin, ein katholischer Priester und ein Unternehmer auf. Zwischendurch wird der Antisemitismus thematisiert und humorvoll das jüdische Leben in der Schweiz beschrieben. Islam trifft auf Judentum in angenehm alltäglicher Form, ohne erhobenen Zeigefinger. Juden und Moslems werden unverkrampft mit Stärken und Schwächen dargestellt.






Harte LandungEllen DunneEllen Dunne
Harte Landung, Insel Taschenbuch

Deutsch-irische Verwicklungen. Taffe Kommissarin ermittelt in einem Online-Unternehmen, in dem sich alle angeblich ganz doll lieb haben. Trotzdem gibt es eine Leiche. Eine Topmanagerin bei der erfolgreichen Online-Tauschbörse Skiller hat eine harte Landung hingelegt. Obwohl sie alles hatte, ist Carolin Höller in den Tod gesprungen. Das persönliche Schicksal der deutsch-irischen Ermittlerin – der mysteriöse Selbstmord des Vaters im Steuerparadies Dublin – führt sie zu ihren Wurzeln nach Irland und reichert die Story an. Die Sprache ist kurz, knapp, originell. Spannung bis zum Schluss. 




Alles so hell da vornMonikaGeier

Monika Geier
Alles so hell da vorn, Ariadne

Polizistenmord im Frankfurter Vorstadtbordell. Eine junge Prostituierte erschießt einen Freier und flüchtet im Wagen eines Zuhälters. Kriminalkommissarin Bettina Boll ermittelt und gerät in ein Pädophilen- und Zwangsprostituiertennetz, das auch Polizeikreise betrifft. Sprachlich nahezu perfekt, auch wegen der Passagen, die die Gedanken der Mörderin schildern. Realistisch-klarer Stil, der unter die Haut geht. Die Ermittlerin bewegt sich souverän zwischen privaten Problemen, ätzenden Kollegen und einem knallharten Krimiplot.

 



Unter FremdenJuta Profijt 2Jutta Profijt
Unter Fremden, dtv

Die Fremden sind wir. Die junge Madiha aus Syrien lebt in einem deutschen Flüchtlingsheim. Die gehbehinderte Frau hat es nur durch die Hilfe von Harun hierher geschafft, und der ist spurlos verschwunden. Nach einer Vermisstenanzeige wird die junge Frau bedroht und verfolgt. Die Flüchtlingskrise wird ausgewogen dargestellt; nicht alle Flüchtlinge sind Heilige und nicht alle Deutschen Fremdenhasser. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, sich in die Gedankenwelt einer muslimischen Frau einzufühlen.





 


Für den Friedrich-Glauser-Preis, den Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2018, konnten bis zum 30. November 2017 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2017 erstmals erschienen sind (Originalausgaben). 


Die Liste aller 417 eingereichten Werke können Sie hier herunterladen (PDF) 168.1K.

Die Juroren sind:

Volker BleeckUlrike DömkesToni FellerAntonie MagenGabriella Wollenhaupt 

Juryorganisation: Ina Coelen