Frankfurter Butspur
Dieter Aurass

Frankfurter Butspur

Kriminalroman

Gmeiner-Verlag

Mandelbaum [2]

Juli 2017
sofort lieferbar
ISBN 9783839220962
14,– € [D], 14,40 € [A] , SFr. 20,90 [CH]
Sonderpreis 0,– €
     
In den verschneiten Parks des winterlichen Frankfurts werden mehrere Prostituierte ermordet aufgefunden. Die nackten und verstümmelten Frauenleichen tragen eine blutige Botschaft – das Werk eines Serienkillers. Hauptkommissar Gregor Mandelbaum und sein Team geraten bei den Ermittlungen auf die Spur einer verletzten Kinderseele. Im Bann von Liebe und Hass müssen sie einen hohen Preis zahlen, bevor sie den Täter stellen können. Nach diesem Fall wird nichts mehr so sein, wie es war.
Dieter Aurass

Dieter Aurass

Ich bin Jahrgang 1955, war über 41 Jahre Kriminalbeamter beim Bundeskriminalamt und der Bundespolizei und habe mich erst sehr spät entschlossen, meiner neuen "Berufung" zu folgen ... Kriminalromane zu schreiben.

Seit 2013 schreibe ich und habe schließlich 2014 eine Agentur (Agentur Brauer) gefunden, die sich um die Publikation meiner Machwerke kümmert. Seit 2015 habe ich einen Vertrag mit dem GMEINER-Verlag und am 06. Juli 2016 erscheint mein erstes Verlagsbuch unter dem Titel "Frankfurter Kaddisch".

Grundsätzlich bin ich also noch Neuling, auch wenn ich hoffe, dass dies nicht mehr lange so bleibt. Mein nächstes Buch bei Gmeiner ist bereits für Juli 2017 terminiert und ein drittes Buch soll Anfang 2018 erscheinen. Also kann ich nur rundum zufrieden sein ... und bin es auch!

Frankfurter Blutspur ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 14. Januar 2018.

Kritikerstimmen

Ein Ex-Kommissar schreibt spannende Krimis
Ein wirklich toller Krimi mit viel Lokalkolorit.
Wetzlarer Zeitung, 17. Dezember 2017

Das schon aus Frankfurter Kaddisch bekannte Personal, Hauptkommissar Gregor Mandelbaum und sein Team, ermittelt wieder. Dennoch handelt es sich bei Frankfurter Blutspur um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Der Vorgänger hatte mich begeistert, und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Dieter Aurass geht gleich in medias res: Eine Prostituierte stirbt im Schnee. Ihr wurden die Zehen abgeschnitten. Deshalb konnte sie nicht mehr gehen. Wer hat Vera ermordet – und warum? Kurz darauf wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Auch sie wurde grausam verstümmelt. Zudem hat der Täter in beiden Fällen eine blutige Botschaft hinterlassen. Geht ein Serienkiller in der Mainmetropole um?
Über das Wiedersehen mit Gerichtsmedizinerin Dr. Sonja Savoyen, Gregor, Computernerd Schmuddel und Mutti Jutta, Küken Jenny und Bedenkenträger Dieter habe ich mich sehr gefreut, denn sie sind mir ans Herz gewachsen. Neu dabei Irina Petrowska und Frank Grothebaum von der Sitte.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Gregor und Sonja sind inzwischen ein Paar. Der Kommissar, der am Asperger-Syndrom, einer milden Variante des Autismus, leidet, hat in Sachen sozialer Interaktion und Kommunikation viel von ihr gelernt. Grothebaum ist ein Ekelpaket, ein Kotzbrocken – und er ist korrupt. Aber ist er deshalb auch ein Mörder?
Die Geschichte lässt sich flott und flüssig lesen. Immer mal wieder finden sich Bezüge zum Vorgänger. Das macht Lust auf mehr für die, die den ersten Band (noch) nicht kennen. Rückblenden in die 60er Jahre aus der Sicht eines kleinen Jungen, verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Neben dem Kriminalfall thematisiert der Autor Homosexualität. Und hat deshalb in seinem aktuellen Roman eine lesbische Liebesgeschichte eingebaut. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Zitat: "Uups", bemerkte er [der Täter] und wirkte noch immer amüsiert, "so war das nicht geplant. Ich befürchte, wir werden nun das durchführen müssen, was die Damen und Herren von der Polizei eine Verfolgungsfahrt nennen."
Fazit: Ein realitätsnaher Who-Done-It-Krimi mit einem durchgängigen Spannungsbogen.
Baerbel82, Amazon-Rezensentin

Drei Fragen an Dieter Aurass

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Nachdem ich 41 Jahre auf der anderen Seite gearbeitet habe – in dem Versuch, Verbrechen aufzuklären und Verbrecher zu fangen –, hielt ich es für eine gute Idee, mal von der anderen Seite heranzugehen: sich Verbrechen auszudenken und die verschlungenen Pfade der vielfältigen Motive für Verbrechen aufzuzeigen. Also habe ich 2014 angefangen, Kriminalromane zu schreiben.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
In meinen inzwischen 6 Romanen habe ich insgesamt knapp über 30 Menschen durch Serienkiller auf unterschiedlichste Weise ins Jenseits befördern lassen.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Wenn man einmal mit dem Verbrechen zu tun hatte, lässt einen die Frage nach dem WER und vor allem nach dem WARUM nie wieder los. Deshalb liest man Krimis, deshalb schaut man Kriminalfilme – und deshalb schreibt man Krimis.

Leseprobe

Prolog

Die junge Frau schleppte sich auf allen Vieren über die mit Schnee bedeckte Wiese. Ihr leises Wimmern wäre schon aus wenigen Metern Entfernung nicht mehr zu hören gewesen. Die Kraft, laut um Hilfe zu rufen, hatte sie bereits vor langer Zeit eingebüßt. Die Kälte des Schnees fühlte sie kaum, denn ihr Körper bestand fast nur noch aus Schmerzen. Selbst wenn sie in der Lage gewesen wäre, laut zu schreien – die Chancen, drei Stunden nach Mitternacht in diesem Park von einer Menschenseele gehört zu werden, waren gleich null. Selbst in den Sommermonaten wurde dieses Stück Natur mitten in Frankfurt zu Nachtzeiten nicht sehr stark frequentiert. In einer so kalten Januarnacht, bei einer Temperatur von minus acht Grad Celsius und starkem Schneefall, wäre niemand auf die Idee gekommen, durch den Park zu wandern.
Die vollständig nackte Frau spürte, wie sowohl die Schmerzen als auch ihre kaum noch vorhandenen Kräfte sehr schnell nachließen.
Ein letztes Mal versuchte sie, sich aufzurichten und statt auf Händen und Knien auf ihren Füßen ein paar Schritte zurückzulegen. Wie bei den ersten beiden Malen gelang es ihr nicht, auch nur einen Schritt zu tun. Allein bei dem Versuch, einen Fuß vor den anderen zu setzen, fiel sie unkontrolliert nach vorne. Sie schaute auf ihre Füße, aber ihr Blick war so verschleiert und unscharf, dass sie nur Schemen erkennen konnte. Sie sah eine Unmenge von Rot, und als sie auf den Weg blickte, den sie kriechend zurückgelegt hatte, erkannte sie im Schein einer in der Nähe befindlichen Laterne eine dunkle Spur. Sie verstand nicht, was das bedeutete.
Sie war so müde und erschöpft, und das Abebbenden der Schmerzen ließ sie die Entscheidung treffen, sich ein wenig auszuruhen. Sollte ihr Martyrium wirklich vorbei sein? Warum hatte der Mann sie hier aus dem Wagen geworfen, wo immer das auch war? Warum hatte er ihr das angetan? Waren nicht Tage vergangen, seit er sie entführt hatte? Sicherlich suchte man schon nach ihr.
Die Müdigkeit ergriff vollkommen Besitz von ihr. Sie spürte keine Schmerzen mehr, keine Kälte und keine Angst. Langsam rollte sie sich in eine Schlafposition wie ein Fötus im Mutterleib. Dann schlief sie mit einem leichten Lächeln auf den zerschundenen Lippen ein.