Mordsakten
Susann Brennero

Mordsakten

April 2017
sofort lieferbar
ISBN 9783839220252
     

In den Umbruchswirren des Jahres 1991 wird ein ehemaliger Stasi-Oberst in Weimar erschossen. Matteo Richterswil aus der Schweiz und Ullrich Neusiedl aus Österreich fahnden nach dem Mörder. Ihre Ermittlungen führen sie quer durch den neu gegründeten losen Staatenbund von Schweiz, Österreich und Deutschland – SÖD. Unter Verdacht stehen alle Opfer des Toten, der an Bespitzelungen, Festnahmen, Verhören, Folterungen und an Hinrichtungen beteiligt war. Wer hat seinem Hass freien Lauf gelassen und ihn ermordet?

Dieser Kriminalroman spielt im Sommer 1991 vor dem Hintergrund einer leichten historischen Abwandlung der Realität und bietet daher zahlreiche abwechslungsreiche Einblicke in das Leben diesseits und jenseits der Mauer sowie in die Umbruchswirren nach dem Mauerfall in der Mitte Europas.

Susann Brennero

Susann Brennero

Susann Brennero, geboren am 12. März 1969 in Düsseldorf am Rhein, studierte nach ihrem Abitur in Düsseldorf an verschiedenen Universitäten NRWs Jura. Sie arbeitete als Sekretärin, Rechtsreferendarin, als Autorin von Kurzgeschichten und unter ihrem bürgerlichen Namen als Rechtsanwältin. Seit 2014 schreibt sie in ihrer Heimatstadt Düsseldorf Krimis. Zu Susann Brenneros Lieblingsplätzen in Düsseldorf gehört das Rheinufer. Der Rhein ist ihre Inspirationsquelle, denn dieser Fluss birgt für sie von seinem Ursprung in der Schweiz bis zur Mündung in die Nordsee zahllose Geschichten und menschliche Schicksale.

Mordsakten ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 7. Januar 2018.

Kritikerstimmen

Deutsche-deutsche Vergangenheit spannend verpackt
Eine Reisegruppe entdeckt 1991 die verfallenen Schönheiten der ehemaligen DDR, dabei werden sie in Weimar mit dem Mord an einem ehemaligen Stasi-Mitarbeiter konfrontiert. Seite für Seite lernen wir einige Teilnehmer der Gruppe, allen voran Nora Attendorn, besser kennen und erfahren in Rückblicken Einzelheiten über ihre Leben, die untrennbar mit der deutsch-deutschen Geschichte verbunden sind. Ein Schweizer und ein Österreicher übernehmen die Ermittlungen und stoßen dabei auf unfassbare Stasi-Verbrechen.
Die Idee eines Staatenbundes bestehend aus Schweiz, Österreich und Deutschland gemischt mit wahren Ereignissen unserer Geschichte macht das Lesen interessant, auch wenn ich mich zunächst ein wenig an den SÖD gewöhnen musste. Während des Lesens wurde ich immer tiefer in die Geschichte gesogen und war bis zum Ende sehr auf die Auflösung gespannt.
Allen Krimifans, die ihre eigenen Erinnerungen an die Zeit während der deutschen Teilung oder die Zeit der Wende haben, kann ich die Mordsakten nur empfehlen.
Drea, Amazon-Rezensentin

Ein sehr gut gelungener Kriminalroman, welcher den Mord an einem Stasi-Oberst in Weimar erzählt. Man lernt einige Leute und deren Leben kennen. Weiterhin lernt man auch einiges über die deutsch-deutsche Geschichte. Eine sehr gut erzählte Geschichte, wo die Machenschaften der Stasi mit eingebaut sind, auf welche dann ein Schweizer und ein Österreicher stoßen, welche die Ermittlungen übernommen haben.
Die Geschichte ist rundherum gelungen. Man taucht imemr mehr ein, will erfahren, wie es weitergeht, und ist auf das Ende gespannt.
Ich empfehle dieses Buch sehr, für mich ein Muss, um sich mit den Themen der deutsch-deutschen Geschichte etwas auseinandersetzen zu können.
michael-kissig, Lovelybooks

Der Zürcher Kommissar Matteo Richterswil und der Grazer Kommissar Michi Neusiedl nehmen sich des Falls an und kommen dabei den unlauteren Methoden der Stasi auf den Grund. Die Autorin greift damit ein stets brisantes Thema auf, denn viele Stasi-Opfer haben bis heute keinen Zugang zu ihren Akten erhalten.
medien-info

Das Buch springt zwischen der aktuellen Ermittlungsarbeit, einer Reisegruppe und der Vergangenheit hin und her. Das hält die Spannung aufrecht und steigert sie stetig bis zum Ende.
Blog von beccatestet

Fünf Fragen an Susann Brennero

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Im Jahr 2014 begann ich nach einer Reihe von kurzen Liebesgeschichten auch dem düsteren Kapitel des Schreibens meine Aufmerksamkeit zu widmen.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Eine düster geheime Anzahl von Verbrechen und andere kriminelle Aktivitäten gehen auf mein Pseudonym-Konto!

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?
Ich liebe spannende Geschichten, die aus dem Alltag entführen, und ich bin grenzenlos gerne eine Entführerin.

Was ist Ihre Lieblingstatwaffe?
Meine Lieblingstatwaffe hängt immer vom Charakter des Täters oder der Täterin ab.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Spannende Krimis beantworten so viele Fragen rund um das Wesen des Menschen. Daher dem Motto folgen: Krimis lesen, mitermitteln und viel über die menschlichen Abgründe bei bester Unterhaltung lernen!

Leseprobe

»Der ist noch warm, oder?«, fragte Kriminaloberstleutnant Matteo Richterswil Dr. Kevin Beerbaum, den diensthabenden Gerichtsmediziner der Spurensicherung Weimar. Richterswil, wie immer im Einsatz mit schwarzer Leinenhose, weißem Shirt und schwarzen Sportsneakers bekleidet, stand direkt neben der Arzttasche.
Dr. Beerbaum nickte und gab trotz seiner Leibesfülle erstaunlich schnell den Blick auf den Toten für die Polizeifotografin frei. Der gemütliche Mediziner deutete auf eine unübersichtliche Anzahl von kleinen und größeren Hämatomen und Spuren von fast abgeheilten Kratzern an den Armen der Leiche oberhalb der Handgelenke. Das blütenweiße gestärkte Hemd des Toten war bis über die Ellenbogen ordentlich hochgekrempelt. Nur das Einschussloch in Höhe des Herzens, umgeben von einem kleinen rötlichen Kranz aus Blut, störte den perfekten Anblick des Oberhemdes, das aussah wie aus einer klassischen westdeutschen Werbung für Waschmittel aus den 70er-Jahren. Das Gesicht der Leiche unter den grauen Haaren schien blankes Entsetzen und Furcht auszudrücken. Seine blaugrauen Augen waren weit aufgerissen. Der starr in die Luft gerichtete Blick wirkte auf Richterswil gebrochen. Blut trat in einem dünnen Rinnsal aus dem linken Mundwinkel des Toten.
Die Fotografin machte zahlreiche Nahaufnahmen von allen Gliedern, dem Korpus und dem Gesicht der Leiche. Immer wieder zuckte der automatische Blitz des Fotoapparates auf, obwohl die Mittagssonne grell am hellblauen Himmel stand. Aber das Blätterdach der über 100 Jahre alten Kastanie warf sanft verspielte Schatten auf das Opfer, das seine vorerst letzte Ruhe im Park an der Ilm gefunden hatte. Für das forensische Gutachten brauchte Dr. Beerbaum beste Fotoqualität. »Ohne Blitzlicht sind Tatortfotos nicht brauchbar«, lautete seine Standarderklärung.