Blutige Lippe
Heinrich Peuckmann, Regula Venske, Nina George, Gabriella Wollenhaupt, Lucie Flebbe, Sascha Gutzeit, Christine Drews

Blutige Lippe

Kriminalgeschichten von Bad Lippspringe bis Wesel

Ventura Verlag

Taschenbuch
Februar 2016
sofort lieferbar
ISBN 9783940853301
10,– € [D], 10,30 € [A]
Sonderpreis 0,– €
     
Lupia – Lippa – Lippe. Dieser Fluss hat eine lange und bedeutsame Geschichte. Schon die Römer und Germanen siedelten entlang des 220 Kilometer langen Flusslaufs.
In historischen Orten von der Quelle in Bad Lippspringe über Delbrück, Wadersloh, Lippetal, Hamm, Bergkamen, Werne, Dorsten bis zur Mündung in Wesel spielen die Kriminalgeschichten. So mancher blutige Mord ist geschehen.
In der neuen regional-nationalen Krimireihe werden die dunklen Geheimnisse der Lippe aufgedeckt, die schon oft Zeugin von abscheulichen Verbrechen wurde.
Herausgeber Hartmut Marks hat namhafte Autorinnen und Autoren versammelt, die spannende Geschichten exklusiv zu den Orten an der Lippe verfasst haben: Nina George (Werne an der Lippe), Sascha Gutzeit (Bad Lippspringe), Gabriella Wollenhaupt (Delbrück), Heinrich Peuckmann (Lippetal), Christine Drews (Wadersloh), Regula Venske (Maximare Hamm), Gerd Puls (Bergkamen-Rünthe), Lucie Flebbe (Dorsten), Magnus See (von Bad Lippspringe bis Wesel).
Seien Sie neugierig – Machen Sie sich auf den Weg! Entdecken Sie die „Blutige Lippe“!
Heinrich Peuckmann

Heinrich Peuckmann

Heinrich Peuckmann wurde 1949 in Kamen geboren, wo er noch immer lebt. Aufgewachsen in einer Bergmannsfamilie. Abitur in Unna, Studium der Germanistik, ev. Theologie und Geschichte an der Ruhr Universität in Bochum. Lehrer an einem Gymnasium. Peuckmann ist verheiratet und hat drei Söhne.
Seit 2013 ist Heinrich Peuckmann Mitglied im Präsidium des deutschen PEN.
Seine literarische Arbeit ist sehr vielfältig. Er schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte, Hörspiele, Essays, Theaterstücke, Glossen, pädagogische Artikel. Kleinere Arbeiten auch für das Fernsehen.
Regula Venske
© Isabel Mahns-Techau

Regula Venske

Regula Venske "gehört zu Deutschlands ungewöhnlichsten Krimiautoren, deren Romane großen Unterhaltungswert besitzen" (literaturmarkt.info, Literaturzeitschrift für Deutschland, August 2010). Sie lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg und ist Mitglied im Syndikat, in der Hamburger Autorenvereinigung und im P.E.N. Ihre Romane und Erzählungen wurden u. a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Deutschen Krimipreis, dem Hamburger Literaturpreis und dem Lessing-Stipendium des Hamburger Senats ausgezeichnet, ihre Kurzgeschichtensammlung „Herzschlag auf Maiglöckchensauce“ für den Frauenkrimipreis der Stadt Wiesbaden nominiert. 2003 erhielt sie das „Struwwelpippi“- Stipendium des Centre National de Littérature, des Ministère de la Culture und der Stadt Echternach, Luxemburg. Im Januar 2005 folgte ein Tatort-Töwerland-Inselschreiberaufenthalt auf Juist und im Mai 2010 das Trio Mortale- Krimistipendium der Landeshauptstadt Wiesbaden.

„Regula Venske war vier Jahre alt, als man ihr (der Protestantin im katholischen Münster) attestierte, sie habe eine schwarze Seele. Mit 10 fing sie dann an, Krimis zu produzieren und hat sich von da an konsequent in den Olymp der deutschen Krimiautorinnen eingeschrieben.“ Radio Bremen

Nina George
© © Urban Zintel

Nina George

Die Bestsellerautorin, Journalistin und Wortaktivistin Nina George (*1973) schreibt Romane, Kurzkrimis, Science-Thriller, Provence-Krimis, Kolumnen, Reportagen, Porträts und Kritiken.


Georges Pseudonym Anne West gilt als erfolgreichste deutschsprachige Erotika-Autorin. Unter ihrem zweiten Pseudonym Nina Kramer veröffentlichte George 2008 den ersten deutschen Thriller, der sich mit den ethischen Verbrechen der Reproduktionsmedizin auseinander setzt: "Ein Leben ohne mich".

Mit ihrem Ehemann Jo Kramer schreibt George die "Commissaire Mazan"-Provencekrimis unter dem gemeinsamen Pseudonym JEAN BAGNOL. Zuletzt erschien Band 3: "Commissaire Mazan und die Spur des Korsen".

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Für ihren Roman »Die Mondspielerin« wurde George mit der DeLiA 2011, dem Literaturpreis für den besten Liebesroman des Vorjahres, ausgezeichnet.

Mit „Das Licht von Dahme“ war George 2010 für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte 'Kurzgeschichte' nominiert. Sie gewann die Auszeichnung 2012 mit "Das Spiel ihres Lebens".

Die Urheberrechtlerin George ("Initiative Fairer Buchmarkt: www.fairerbuchmarkt.de) ist im Vorstand des Three Seas Writers and Translasters Council, sowie Präsidiums-Mitglied im PEN. Zuletzt erschien von ihr: "Das Lavendelzimmer" (SPIEGEL-Bestseller, NEW YORK TIMES-Bestseller, Übersetzung in 35 Sprachen) sowie "Das Traumbuch" (Übersetzungen in acht Sprachen). George lebt in Berlin.

www.ninageorge.de, www.jeanbagnol.com

Gabriella Wollenhaupt
© frauausglas@yahoo.de

Gabriella Wollenhaupt

Gabriella Wollenhaupt wurde 1952 geboren und arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren als Journalistin im Ruhrgebiet, derzeit als Fernsehredakteurin beim WDR in Dortmund. Mit der Figur der Maria Grappa hat sie eine der originellsten und witzigsten Ermittlerinnen der Krimi-Szene geschaffen.
Ich habe 23 Krimis geschrieben, in denen Maria Grappa meine Serienheldin ist und zwei historische Krimis.

Lucie Flebbe
© Flebbe

Lucie Flebbe

Lucie Flebbe schreibt Kriminalromane, Kurzgeschichten und Kinderbücher.

Ihre Krimireihe um die Bochumer Privatdetektiv-Azubine Lila Ziegler begeistert jugendliche und erwachsene LeserInnen gleichermaßen. Der erste Band der Reihe - "Der 13. Brief" - wurde 2009 in der Kategorie "Krimidebüt" mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Mit "Totalausfall" erschien 2017 das furiose Finale von Lila Zieglers Geschichte.

2018 beginnt mit "Jenseits von Wut" eine neue Krimireihe.

Flebbes Kurzkrimi "Weg zu Hölle" ("He shot me down", Rotbuch) wurde 2012 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

Sascha Gutzeit

Sascha Gutzeit

Sascha Gutzeit, Jahrgang 1972, lebt als Musiker, Schauspieler und Autor in der Vulkaneifel. Seit 1993 veröffentlicht er CDs mit eigenen Songs und schreibt Musiktheaterstücke, in denen er alle Rollen selber spielt - unter anderem die Krimikomödie „Der Mörder ist immer der Täter“.
Er ist Mitgründer des „Vollplaybacktheaters“, sang mit Wolfgang Niedecken, komponiert Filmmusik, schrieb bislang über 30 Hörspiele, vertonte u.a. Kai Meyers Buchreihe „Sieben Siegel“ und arbeitet zudem als Sprecher.
Er liebt Tomate mit Mozzarella und isst nachts heimlich Nutella mit dem Löffel.

www.SaschaGutzeit.de

Christine Drews

Christine Drews

Christine Drews wurde als Christine Meyer am 10.03.1972 in Osnabrück geboren, wo sie aufwuchs und zur Schule ging. Nach dem Abitur auf dem Gymnasium Carolinum ging sie 1992 nach Bonn, um Germanistik und Psychologie zu studieren. Schon während ihres Studiums arbeitete sie als Redakteurin für verschiedene TV-Formate (u.a. „Schreinemakers live“) und schrieb nach dem erfolgreichen Magisterabschluss als festangestellte Autorin für verschiedene Comedy-Serien, bis sie sich 2002 selbstständig machte. Seitdem schreibt Christine Drews Drehbücher für verschiedene TV-Serien (aktuell „Bettys Diagnose“) und veröffentlichte mit „Schattenfreundin“2013 ihren ersten Roman, der in sechs Sprachen übersetzt wurde. Zahlreiche weitere Romane folgten. Nachdem sie einige Jahre in England gelebt hat, wohnt Christine Drews mit ihrer Familie in Köln.

Empfehlung der Woche

Blutige Lippe. Kriminalgeschichten von Bad Lippspringe bis Wesel ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 21. Februar 2016.

Der Herausgeber

Hartmut Marks, geboren 1953, Theologe, Betriebswirt, Herausgeber, Moderator und Reiseleiter, organisiert seit Jahren Krimilesungen – etwa mit Sandra Lüpkes, Gisa Pauly, Jürgen Kehrer und Leonard Lansing. Er ist Initiator der Iserlohner Kriminächte und Mitglied des erfolgreichen Literaturniers in Werne.

Auf der CRIMINALE 2015 in Büsum hat er einen Vortrag über die Arbeit der Notfallseelsorge gehalten.

Drei Fragen an Hartmut Marks

Wann haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?
Da gab es nichts zu entscheiden. Mir wurde das Verbrechen in die Wiege gelegt. Schon als Kind lebte ich auf dem schmalen Grat zwischen gut und böse. Und so mussten mal die Bösen und mal die Guten gnadenlos dran glauben. Heute, in einer Welt voller Verbrechen und Verbrecherinnen und Verbrechern, zählen meine dunklen Taten doch wenig. Diese Seite des Menschen ist eben faszinierend.

Welche Waffe bevorzugen Sie?
Die Waffe muss zum jeweiligen Opfer passen. Mal der Dolch, selten die Pistole (zu laut), ab und an eine Harpune, Gift ist zu kompliziert (vorher Einbruch in eine Apotheke). Meine schärfste Waffe ist das Wort. Man kann eben auch mit der Zunge Gift mischen: Ein gezieltes Gerücht und schon brauchst du nur noch warten, bis derjenige es von selbst tut. So einfach ist das!

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
NICHTS! Was ich tue, das kommt von Herzen. Dafür kann und will ich mich nicht rechtfertigen, geschweige denn verteidigen. Ich folge nur meiner Bestimmung. "Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt H... auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen …"

Leseprobe

Nina George
Das Herz des Menschen

Wer als Erster die Idee hatte, mich lebendig bei den toten Kindern im Cappenberger Friedwald hinter Werne zu vergraben? Vermutlich der Anwalt. Oder der Versicherungs­vertreter, einer, dem die Menschen gerne vertrauen; er verkauft ihnen nie etwas, was sie nicht wollen. Eher nicht der ehemalige Schweinebauer, der, der mich ›Freund‹ nannte, wenn er ein wenig getrunken hatte, und ›Scheinheiliger Kamelficker‹, wenn er zu viel Potts Landbier geschluckt hatte.
Sie sprachen nicht miteinander, während sie mich mit dem Gesicht voran in die Kiste drückten, sie mit hastigen Schlägen zunagelten, in den Pferdeanhänger des Bauern luden und in die Dämmerung flohen.
Nur einmal hörte ich sie noch. Als sie die Kiste begruben. Ich schrie. Ich schrie immer wieder:
»Bitte! Bitte nicht!«
Der Bauer sagte: »Ich kann das nicht«, und der Anwalt antwortete: »Es ist zu spät, Berthold. Wenn wir ihn jetzt rauslassen, wird er nicht aufhören. Willst du wegen so einem …«, ich hörte ein Ausspucken, »… wegen so einem Kamelficker dein Leben verlieren?«
Dann das Geräusch der Erde, die auf die Kiste geschaufelt wurde, die Vogelgesänge, die verstummten, das Blätter­rauschen, das ferner wurde. Am Ende nur noch mein Atem, mein viel zu schneller Atem. Ich will langsamer atmen, weniger Sauerstoff verbrauchen, aber ich schaffe es nicht, ich atme voller Angst ein, halte den Atem an, und stoße ihn mit einem verzweifelten Stöhnen wieder aus.
Was habe ich getan. Was habe ich nur getan?
(…)
[E]rst nach einer halben Stunde fiel mir auf, dass Lisbeth nicht mehr da war. Ich ging sie suchen. Und fand sie hinter dem Geländewagen des Anwalts. Wie der Versicherungsvertreter sie festhielt! Und der Anwalt – wieso trug er Mustafas Jacke?
»Hört auf. Hört auf!«
Ich lief auf sie zu, und während ich lief, hörte ich die Hubschrauber. Hörte ich das Schreien der Überlebenden. Höre ich das Gebet meiner Frau. Hörte ich mein Herz klopfen. Ich hörte, wie der Anwalt sagte: »Ich kann dich auch glücklich machen. Ja, spürst du es? Ich und Berthold und Hans, du brauchst den Kaffer nicht, du brauchst …«
Sie stand starr und atmete nicht.
Dann schlug ich den Anwalt, er ließ Lisbeth los, das Kleid war zerrissen und ihre Lippe blutete, etwas Kaltes drang in meine Niere ein, einmal, zweimal, Arme schlangen sich von hinten unter meine Ellenbogen, rissen meine Arme zurück, eine Hand beugte meinen Nacken, ein Knie zertrümmerte mein Nasenbein, Lisbeth schrie, sie schrie, sie schrie meinen Namen, »Omar!«, dann schrie sie nicht mehr, dann war sie still.

*

Sie sprachen nicht miteinander, während sie mich mit dem Gesicht voran in die Kiste drückten.
Ich schrie immer wieder: »Bitte! Bitte nicht!«
Der Bauer sagte: »Ich kann das nicht«, und der Anwalt antwortete: »Es ist zu spät, Berthold. Wenn wir ihn jetzt rauslassen, wird er nicht aufhören. Willst du wegen so einem …«,, ich hörte ein Ausspucken, »… wegen so einem Kamelficker dein Leben verlieren?«
Ich atmete voller Angst ein, hielt den Atem an, und stieß ihn mit einem verzweifelten Stöhnen wieder aus.
Was hatte ich getan. Was hatte ich nur getan?