Die zornigen Augen der Wahrheit
Michael Böhm

Die zornigen Augen der Wahrheit

Januar 2020
sofort lieferbar
ISBN 9783956691331
12,95 € [D]
     

Es brodelt in der Stadt. Daran besteht für den Skribenten, der in seine alte Heimat zurückkehrt, kein Zweifel. Er begibt sich auf die Spurensuche in seine eigene Vergangenheit. Unter dem vermeintlich stillen Idyll der Stadt liegt ein Netz aus Intrigen, Korruption und politischer Machenschaften verborgen, das tödliche Opfer fordert.

Michael Böhm
© Foto: Gerhard Born

Michael Böhm

Michael Böhm wurde 1947 im Taunus geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Als Schriftsetzer-Meister war er als Ausbilder tätig, bevor er in die Datenverarbeitung wechselte. Er lebt in der Nähe von München. Michael Böhm schreibt seit seiner Jugendzeit. Nach ersten Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien erschienen Erzählungen und zwei Kiminalromane rund um den eigenwilligen Detektiv Homer. Der erste Teil seiner Petermann-Trilogie Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe wurde 2014 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. In 2016 erhielt er die begehrte Auszeichnung für den zweiten Band Herr Petermann und das Triptychon des Todes. Mit Quo vadis, Herr Petermann? schließt die Reihe ab.

Im Herbst 2018 erschien DINNER MIT ELCH. 

Gewinnspiel:

Frage: Wie heißen die beiden Hunde aus der Leseprobe?

Preis: Ein signiertes Exemplar von „Die zornigen Augen der Wahrheit“.

Antwort bitte bis 30.9.2020 hierhin

Die SYNDIKATs-Redaktion hat den Autor Michael Böhm interviewt:

Wo schreibst du am liebsten?

Schreiben kann ich überall. Aber zu gerne sitze ich an meinem Tisch am Fenster mit Blick in die Bäume und bei klarem Wetter bis in die Berge. 

 Welches ist dein Lieblingskrimi? 

Ich habe einige Lieblingsautoren: Friedrich Dürrenmatt, Georges Simenon, Sjöwall-Wahlöö, van de Wetering.

 Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Eigentlich eine zu heikle Frage. Ich kenne von den Criminalen so viele nette Kollegen und Kolleginnen, dass ich da keine Rangfolge treffen möchte. 

Warum bist du im SYNDIKAT?

Ein notorischer Einzelgänger sucht den Schulter-schluss mit einer starken Gemeinschaft. 

 Dein Lieblingswort?

Liebe. Das eine Wort schließt alles ein. 

 Dein Sehnsuchtsort?

Das Tessin nahe dem Luganer See

 Dein Lieblingsgetränk?

Milch. Ist das zu glauben?

 Dein Lieblingsmord?

Kommt ganz auf die Situation an. Siehe meine Petermann-Trilogie oder Die zornigen Augen der Wahrheit.

 Wo findest du Ruhe?

Beim Wandern mit meiner Frau.

 Wo Aufregung?

Beim Autofahren in der Gemeinschaft mit meinen rücksichtsvollen Mitmenschen. 

 Deine persönliche meist gehasste Frage?

Wieviel Petermann steckt in dir?

 

Rezensionen

"Titel wie Aufmachung lassen einen reißerischen Thriller erwarten. Doch hier gilt das englische Sprichwort „Don’t judge ab book by its cover“. Wer Michael Böhm kennt, weiß, dass er ein Autor mit literarischen Ambitionen ist, und die Unterhaltungsebene allein ihm ein zu dünnes Brett wäre." 

Süddeutsche Zeitung 

Leseprobe aus „Die zornigen Augen der Wahrheit“

   Pat stupst mich in die Seite. Gerade habe ich zum Mond hinauf geträumt. Ich folge den Bewegungen seines Kopfes und weiß sofort, was er meint. Was ist denn das für eine Nummer? Ein Mann kommt vom Tor her, eine dunkle Gestalt, geht zielstrebig auf das Haus zu, so, als kenne er sich blind aus. Wer ist das? Was will er?

   Und schon ist er im Haus verschwunden.

   Wir verständigen uns kurz und leise. Pat läuft los, um Adam und Bello zu holen. Die Lage ist undurchsichtig, erscheint uns gar nicht in Ordnung.

   Während ich im tiefen Dunkel gegenüber stehe, geht im Haus das Licht an. Ist das ein gutes Zeichen oder genau das Gegenteil? Mein Kumpel und die Hunde tauchen neben mir auf. Wir starren alle zum Haus hinüber.

   Plötzlich ein dumpfer Schrei von drinnen.

   Wir erschrecken maßlos. Was sollen wir machen? Was können wir machen? Wir beraten aufgeregt.

   Da geht die Tür auf. Unser Chef taumelt ins Freie. Was ist mit ihm? Direkt hinter ihm der dunkel gekleidete Mann. Mit tiefer, für uns nicht verständlicher Stimme treibt er unseren Chef über den Hof. Auf halbem Weg zum Schuppen fällt der Chef mitten in eine durch das Mondlicht glitzernde Pfütze. Mit einer heftigen Bewegung reißt der Unbekannte unseren Chef wieder auf die Beine.

   Wir sind wie gelähmt. Was können wir tun? So etwas haben wir noch nie gesehen. Das ist doch kein Spiel, oder?

   Adam ist dafür, den Fremden anzugreifen. Der Chef werde schon reagieren, wäre es falsch. Wir können zu viert auf den Eindringling losgehen. Auch wir Grautiere können unangenehm werden.

   Bevor wir einen Plan fassen können, verschwinden die beiden Männer im Schuppen.

   Wir bewegen uns näher heran. Pat und ich können versuchen, durch das Fenster zu sehen. Aber das Fenster ist schmutzig und drinnen ist es dunkel. Wir hören ein dumpfes Stöhnen. Während wir stumm und starr stehen, blitzt drinnen ein Licht auf, das nicht mehr erlischt. Noch suchen wir nach einer Erklärung, da wird die Tür von Innen aufgestoßen. Der Unbekannte schließt sie und rennt in Richtung Tor davon.

   Adam und Bello sind sofort hinter ihm her, laut bellend. Gleich sind alle drei in der Dunkelheit verschwunden.

   Unsere feinen Ohren hören das böse Prasseln.

   Feuer.

   Wir müssen unserem Chef helfen! Wie bekommen wir die Tür auf? Können wir mit unseren dicken Lippen den Riegel zurückziehen? Nein, es gelingt uns nicht. Rauch quillt unter der Tür hindurch. Gemeinsam versuchen Pat und ich die Tür einzutreten. Auch wenn alles nicht so fest aussieht, wir haben dennoch keinen Erfolg.